| 21:38 Uhr

Windkraft wird wieder zum Thema an der Ruwer

Die neue Dimension: Für den Bau der beiden neuen Riesenwindräder auf der Waldracher Höhe bedurfte es keiner Planänderung, da es sich dort um einen der beiden ausgewiesenen Windkraftstandorte der Verbandsgemeinde Ruwer handelt. TV-Foto: Klaus Kimmling
Die neue Dimension: Für den Bau der beiden neuen Riesenwindräder auf der Waldracher Höhe bedurfte es keiner Planänderung, da es sich dort um einen der beiden ausgewiesenen Windkraftstandorte der Verbandsgemeinde Ruwer handelt. TV-Foto: Klaus Kimmling
Das eng begrenzte Flächenangebot für Windenergie in der Verbandsgemeinde Ruwer soll nach dem Willen der örtlichen SPD erweitert werden. Im November wird sich der Verbandsgemeinderat mit einer entsprechenden Teilfortschreibung des Regionalen Raumordnungsplans befassen. Von unserem Redakteur Friedhelm Knopp Von Friedhelm Knopp

Waldrach. Kommt die Diskussion über die Windenergie in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer erneut in Gang? Nach der Jahrtausendwende hatte an der Ruwer ein heftiger Meinungsstreit über die Windkraft getobt. In einer knappen Abstimmung im September 2002 entschied sich der VG-Rat für eine Beschränkung der Windkraft auf zwei Flächen oberhalb von Waldrach und Gusterath (TV vom 20. September 2002).

Seit Mittwoch scheint eine Neuauflage der Debatte nicht mehr ausgeschlossen. In der jüngsten Ratssitzung beantragte die SPD eine entsprechende Erweiterung des Regionalen Raumordnungsplans, der die Windkraftstandorte verbindlich für die gesamte Region festlegt. Konkret richtet sich der SPD-Antrag an Bürgermeister Bernhard Busch, der als Mitglied der Planungsgemeinschaft an der Fortschreibung des Raumordnungsplans Region Trier beteiligt ist.

In seiner Begründung sprach Fraktionsvorsitzender Stefan Metzdorf von einem Windkraftpotenzial in der VG Ruwer, das bisher nur teilweise ausgeschöpft sei. Zu bedenken sei aber auch, dass Windmaschinen durch ihre Dimensionen auch Nachteile für Anlieger und Fremdenverkehr bringen können. Die anderen Fraktionen und die Verwaltung reagierten aufgeschlossen auf den SPD-Antrag. "Es wäre wichtig, wenn sich im VG-Rat nun eine Meinung dazu bildet", erklärte Bürgermeister Busch. Auf einstimmigen Beschluss soll das Thema in der nächsten Sitzung am 8. November auf die Tagesordnung kommen. Extra Der Regionale Raumordnungsplan Region Trier hat das Ziel, Windräder in solchen Gebieten zu konzentrieren, die zur Erzeugung von Windenergie (etwa durch die dort üblichen Windströmungen, keine anderen technischen Nutzungen) besonders geeignet sind. Diese Zonen werden als sogenannte Vorranggebiete für die Windenergienutzung festgelegt. Dort ausgeschlossen sind alle anderen Nutzungen, die mit der Windstromerzeugung nicht zu vereinbaren sind. Seit der letzten Planfortschreibung von 2002 sind in der Region 90 Windkraftstandorte mit insgesamt 2400 Hektar Fläche festgelegt. Außerhalb der Vorranggebiete ist die Errichtung von großen Windrädern ausgeschlossen. (f.k.)