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Züsch plant für die Zukunft

Nur noch das Pflaster muss festgeklopft werden: Asim Zacker legt letzte Hand für die Neugestaltung des Brunnenplatzes in Züsch an. TV-Foto: Klaus Kimmling
Nur noch das Pflaster muss festgeklopft werden: Asim Zacker legt letzte Hand für die Neugestaltung des Brunnenplatzes in Züsch an. TV-Foto: Klaus Kimmling
Der Anschluss an die schnelle DSL-Datenautobahn ist derzeit in vollem Gange, und für die Neugestaltung des Brunnenplatzes gehen die Arbeiten auf die Zielgerade. Das sind zwei wichtige laufende Projekte in Züsch, während die Spielplatzsanierung und die Erweiterung des gemeinsamen Kindergartens mit Neuhütten noch Zukunftsmusik sind. Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

Züsch. Nicht immer lässt sich die Bedeutung eines Vorhabens, das eine Gemeinde anpackt, an seiner reinen Investitionssumme bemessen. Dafür liefert Züsch den besten Beweis. Bislang war das Dorf ein weißer Fleck in der DSL-Landschaft. Abgeschnitten von dieser modernen Breitbandtechnik gab es für die 700 Einwohner keinen schnellen Zugang ins Internet.

"Vor allem die Gewerbetreibenden hatten dadurch Riesenprobleme", sagt Ortsbürgermeister Hermann Bernardy (SPD). Deshalb hat sich die Kommune jahrelang um eine flächendeckende DSL-Versorgung in Züsch bemüht und diese jetzt endlich bekommen. Die Telekom hat das Glasfaserkabel bereits verlegt, es sind aber noch nicht alle Haushalte angeschlossen. Circa 100 Züscher wollen DSL und haben deshalb schon im Vorfeld Verträge mit der Telekom geschlossen. Damit kommt DSL in jeden dritten der insgesamt 280 Haushalte in Züsch. Eben wegen dieser Vorverträge hatte das Bonner Kommunikationsunternehmen sein Angebot für die Installation des DSL-Anschlusses für Züsch deutlich gedrückt.

Die Kommune muss dafür nur noch einen Eigenanteil von 3100 Euro bezahlen, wovon die Hälfte noch von der Verbandsgemeinde Hermeskeil bezuschusst wird. "Dass wir jetzt in Züsch DSL haben, ist ein großer Standortvorteil und für viele unserer Bürger eine gewaltige Erleichterung", stellt Bernardy klar.

Auch die zahlenmäßig größte Investition, die die Gemeinde in diesem Jahr schon getätigt hat, weist in die Zukunft. Das Bürgerhaus hat für 57 000 Euro ein Sonnendach - eine Fotovoltaikanlage - bekommen. Weil sie Strom ins öffentliche Netz einspeist, sollen pro Jahr aber Einnahmen von 6500 Euro zurückfließen.

Die zweitgrößte Hausnummer im Züscher Etat ist mit 22 800 Euro die Umgestaltung des im Ortskern gelegenen Platzes an der Ecke Hermeskeiler Straße/Brunnenstraße. Das bisher dort stehende Kriegerdenkmal wurde auf den Friedhof in der Saarstraße versetzt und auf die freie Fläche wieder - wie früher - ein neuer Brunnen gestellt. "Dort sind wir so gut wie fertig", sagt Bernardy. Nur noch die Pflasterarbeiten laufen auf diesem kleinen Platz.

Straßenausbau und Spielplatzsanierung



Mit Blick auf 2011 stehen zwei wichtige Vorhaben schon so gut wie fest. Zum einen soll die Hofeldstraße ausgebaut werden. Zum anderen ist die Sanierung des Spielplatzes nötig. Ein Fragezeichen steht noch hinter der geplanten Erweiterung des gemeinsamen Kindergartens im Nachbarort Neuhütten. Beide Gemeinderäte müssen noch darüber abstimmen, ob sie dem Wunsch des Kindergartenzweckverbands folgen, der sich für einen grob geschätzt 150 000 Euro teuren Anbau ausgesprochen hat (der TV berichtete).

Schließlich erhoffen sich die Züscher, dass sich doch noch die Chance für die Verwirklichung eines "uralten Ansinnens" (Bernardy) ergibt. Die Rede ist vom Bau eines Fußwegs, der entlang der Kreisstraße 101 zum sogenannten Züscher Gericht mit der Hütte des Heimatvereins führen würde. Der Erste Beigeordnete Hartmut Heck (CDU) wies darauf hin, dass dafür möglicherweise einer der vielen EU-Fördertöpfe angezapft werden kann. Zusammen mit Kreis und VG will die Gemeinde einen entsprechenden Antrag stellen. Extra Züschs wichtigste Zahlen: Im vom Rat einstimmig verabschiedeten Etatplan 2010 gibt es im Ergebnishaushalt, der der kaufmännischen Gewinn- und Verlustrechnung gleicht und auch die Abschreibungen enthält, ein Minus von 175 183 Euro. Der Finanzhaushalt, der das laufende Geschäft der Gemeinde abbildet, weist ein Defizit von 100 115 Euro aus. Das Investitionspaket ist insgesamt 175 000 Euro schwer. Davon müssen 70 000 Euro über Kredite finanziert werden. Der Schuldenberg von Züsch wird bis zum Jahresende auf voraussichtlich 770 000 Euro anwachsen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1170 Euro.