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Höhepunkt der Grippewelle steht noch aus

Gesundheit : Höhepunkt der Grippewelle steht noch aus

Nach Fastnacht steigt in der Regel die Zahl der Erkrankten deutlich an. Mit richtiger Hygiene kann man sich vor gefährlichen Viren schützen.

Im vergangenen Jahr um diese Zeit war Fastnacht bereits vorbei. Kurz darauf stieg die Zahl der Grippekranken fast schon dramatisch an. Wöchentlich wurden bis in den März hinein zum Teil mehr als 2000 neue Influenzafälle in Rheinland-Pfalz gemeldet.

In diesem Jahr ist Fastnacht drei Wochen später. Daher ist davon auszugehen, dass nach dem Feiern in überfüllten Sälen, wo es häufig mal zu (erwünschtem oder unerwünschtem) Körperkontakt und damit zum Austausch von Viren kommen kann, die Zahl der Grippefälle Mitte März noch steigen wird. Mit bis gestern landesweit 1458 offiziell registrierten Erkrankten seit Jahresanfang liegt die Zahl deutlich unter der im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, als es eine besonders heftige Grippewelle gegeben hat. Auch im Vergleich zu den ersten Wochen des Jahres 2017 ist die Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr geringer. Das könnte darauf hindeuten, dass der Verlauf der aktuellen Grippewelle harmloser sein könnte.

Mit ein Grund dafür könnte sein, dass sich dieses Mal mehr Menschen haben impfen lassen. Laut aktuellen Zahlen haben bislang zehn Prozent mehr der gesetzlich Versicherten eine Grippeschutz-Impfung erhalten. Von den insgesamt 14,6 Millionen in Deutschland produzierten Impfdosen entfielen 13,3 Millionen auf Kassen-, die restlichen 1,3 Millionen auf Privatpatienten. Das hat zu einem seit Monaten andauernden Engpass beim Grippeimpfstoff geführt. Es sehe schlecht aus, sagt Harald Michels, Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, mit Blick auf den Impf-Vorrat. In seinem Haus stünden noch 20 Dosen zur Verfügung.

Anfang Februar seien noch einmal zusätzlich 79 000 Impfdosen aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt worden, sagt Frank Eickmann, Sprecher des rheinland-pfälzischen Apothekerverbandes. Nach Angaben des Herstellers, der diese von ihm selbst hergestellte Ware aus dem Ausland nach Deutschland zurückgeholt habe, sei das Kontingent aber bereits komplett ausgeliefert. Der Vorsitzende der Bezirksärztekammer Trier, Walter Gradel, rät trotzdem, bei seinem Arzt nachzufragen, ob man sich noch impfen lassen könne. Vereinzelt gebe es in Apotheken noch Impfstoff. Für alle, für die die Impfung empfohlen sei, also für chronisch Kranke, für Menschen über 60 und für die, die beruflich einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind (etwa Pfleger), mache eine Impfung jetzt noch Sinn. „Es dauert nach der Impfung rund zwei Wochen, bis der Schutz vorhanden ist“, sagt Gradel. Burkhard Zwerenz, Hausarzt in Prüm und Vorsitzender des Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz, kann nicht nachvollziehen, warum angesichts der Grippewelle im vergangenen Jahr nicht genügend Impfstoff zur Verfügung stand. „Viele Patienten sind zur Beschaffung ins benachbarte Belgien ausgewichen und haben sich dort ohne Mühe auf Privatverordnung den Impfstoff besorgen können“, berichtet er. „Jetzt aber können wir nur abwarten und schauen, wie sich die Ausbreitung in diesem Jahr entwickelt.“

Während man sich gegen Grippe impfen lassen kann und damit sich und auch andere vor Infektionen schützen kann, gibt es gegen den derzeit ebenfalls in der Region grassierenden Noro-Virus einen solchen Schutz nicht.

Das Virus verursacht häufig eine Magen-Darm-Infektion. Seit Beginn des Jahres haben sich in der Region offiziell 183 Menschen mit dem Virus infiziert. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es deutlich mehr, nämlich 563. Besonders häufig betroffen sind Kinder unter fünf und Ältere über 70 Jahren.

Für sie kann eine Infektion mit dem Noro-Virus durch den durch Erbrechen und Durchfall verursachten Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.