Kriminalität: Hohe Sicherheitsstufe bei Trierer Rockerprozess

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Ein 37-jähriger Hells Angel soll einem Wittlicher Justizbediensteten mit dem Tod gedroht haben, um eine Aussage zu verhindern. Die Justizgewerkschaft spricht von einer „besorgniserregenden Entwicklung“.

Weil er im Wittlicher Gefängnis einen Justizbeamten attackiert und bedroht haben soll, muss sich ab Donnerstag ein 37-jähriger Mann vor dem Trierer Landgericht verantworten. Der Vorsitzende Richter hat für den auf drei Tage angesetzten Prozess erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, weil der Angeklagte ein Mitglied des Rockerclubs Hells Angels ist. Er sitzt wegen Totschlags eine zwölfjährige Haftstrafe ab.

Gemeinsam mit zwei Komplizen hat er vor zehn Jahren in der Pfalz den Chef einer rivalisierenden Rockergang erstochen. Deswegen schließt das Trierer Landgericht mögliche Racheaktionen offenbar nicht aus. Besucher müssen am Donnerstag – wie auf dem Flughafen – durch eine Sicherheitsschleuse, bevor sie in den Verhandlungssaal kommen. Zudem dürften während des Prozesses Dutzende Polizisten in Uniform und Zivil in dem Trierer Gerichtsgebäude sein.

Nach Angaben des Landeschefs der Gewerkschaft Strafvollzug, Winfried Conrad, blicken auch die rheinland-pfälzischen Justizbediensteten an diesem Tag nach Trier. „Wir erwarten ein Urteil, das ein Zeichen setzt“, sagte Conrad unserer Zeitung. Gewalt und Drohungen gegen die Justizbediensteten hätten in den vergangenen Jahren zugenommen. Conrad spricht von teils „sehr besorgniserregenden Vorfällen“, wenn nicht nur Kollegen massiv angegangen, sondern auch deren Familien bedroht würden.

Laut der Statistik des Mainzer Justizministeriums waren die gewalttätigen Übergriffe in den rheinland-pfälzischen Gefängnissen zuletzt allerdings rückläufig. Nach 42 Vorfällen im Jahr 2017 gab es im vergangenen Jahr mit 27 Fällen deutlich weniger Übergriffe. In diesem Jahr gab es  bislang zehn Attacken auf Justizbedienstete. Drohungen oder Bedrohungen würden statistisch nicht erfasst, sagte ein Ministeriumssprecher unserer Zeitung.

In dem Nötigungsprozess am Trierer Landgericht geht es unter anderem darum, dass ein Wittlicher Justizbediensteter im Internet mit dem Tode bedroht worden sein soll. Laut Staatsanwaltschaft sollte damit verhindert werden, dass der Beamte in einer anderen Sache gegen den Angeklagten aussagt.

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