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Hunsrück-Festival: Schockierende Drogen-Bilanz

 In jedem dritten kontrollierten Wagen Drogen: Die Polizei zieht nach dem Nature One Festvial im Hunsrück eine erschreckende Bilanz.
In jedem dritten kontrollierten Wagen Drogen: Die Polizei zieht nach dem Nature One Festvial im Hunsrück eine erschreckende Bilanz. FOTO: Sven Eisenkrämer
Die Polizei schlägt Alarm: Mindestens jeder dritte der 50.000 Besucher des Techno-Festivals „Nature One“ am Wochenende im Hunsrück hatte Drogen konsumiert, in fast jedem dritten kontrollierten Auto fanden sich Rauschmittel. Nun soll die Veranstaltung verboten werden.

Kastellaun. (wie) „Jeder Schuss ein Treffer“, so kommentiert die Polizei in Koblenz die Drogen-Kontrollen anläßlich der Rave-Party „Nature One“ bei Kastellaun. In jedem dritten kontrollierten Wagen hat die Polizei Drogen gefunden, jeder fünfte Fahrer stand unter dem Einfluss von Rauschmitteln. 1000 Beamte waren tagelang im Einsatz. Es sei fast schon ein Wunder, dass es in der Region nicht zu schweren Unfällen durch Drogenfahrer gekommen sei. Die Drogenbilanz der Party, zu der über 50.000 Menschen auf die ehemalige Raketenbasis Pydna gekommen waren, ist erschreckend: 776-mal wurden Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes verhängt, 193 Fahrer wurden wegen Drogeneinflusses aus dem Verkehr gezogen, über 2500 Ecstasy-Pillen wurden sichergestellt. Was die Polizei am meisten erschreckt: 689 LSD-Trips wurden gefunden, im vergangenen Jahr waren es 184. Bei manchen Party-Gästen fanden die Beamten sogar 70 oder 80 Stück dieses gefährlichen Halluzinogens, vermutlich handelte es sich um Dealer, die den Stoff auf der Party verkaufen wollten.

Drogen sind seit jeher ein Problem bei der Party im Hunsrück. Doch so schlimm wie in diesem Jahr war es aus Sicht der Polizei noch nie. Mindestens jeder dritte oder vierte Besucher habe unter Drogeneinfluss gestanden. Es sei daher fraglich, ob die Party überhaupt noch genehmigungsfähig sei. Studien belegen, dass Fans der Techno-Musik, wie bei Nature One, dazu neigen, wahllos Drogen und Alkohol zu konsumieren. Party-Drogen wie Ecstasy werden in der Szene angeblich 18-mal mehr als in der Gesamtbevölkerung konsumiert.

Von einem Verbot hält Nature-One-Veranstalter Nikolaus Schär allerdings nichts: „Dann müsste man auch den Rosenmontagszug verbieten, wo sich Leute mit Alkohol volldröhnen.“