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Freizeit
1200 Wanderer genießen den Hunsrück

Die Ölmühle war einer von drei Anlaufstellen, wo die ?Laufleis-tung? im Wanderbuch dokumentiert werden konnte, und wo es eine Stärkung gab.
Die Ölmühle war einer von drei Anlaufstellen, wo die ?Laufleis-tung? im Wanderbuch dokumentiert werden konnte, und wo es eine Stärkung gab. FOTO: Herbert Thormeyer
MORBACH . Freunde der Bewegung in freier Natur hatten zwei Tage lang nur ein Ziel: Morbach und seine Landschaft. Von Herbert Thormeyer

Die Ersten kamen um 6.30 Uhr. Wanderer sind Frühaufsteher. Am Wochenende empfing der Sportverein Morbach gut 1200 von ihnen, die sich auf drei verschieden langen Strecken aufmachten, die Natur und den Herbst zu genießen. Die Jubiläumswanderung wurde als 50. Auflage vom Deutschen Volkssportverband (DVV) mit einer großen Urkunde gewürdigt.

Dessen Vizepräsident, Bernd Derschug aus Bad Sobernheim, wünschte sich vom Abteilungsleiter Karl-Heinz Weyand: „Bleibt unserem Verband treu und organisiert weiter solch schöne Strecken.“

Rund 100 Helfer hat  Weyand an den beiden Tagen im Einsatz, nicht nur für die üppige Verpflegung, für die seine Wanderabteilung bekannt ist, auch fürs organisieren und die drei Kontrollstellen, wo es neben Tee und anderen Stärkungen auch die begehrten Stempel ins Wanderbuch gibt.

Ein Veteran unter diesen Freiluftsportlern ist Helmut Anschütz von den benachbarten Wanderfreunden aus Bischofsdhron. Dem 81-Jährigen ist bis heute kein Weg zu weit und kein Berg zu hoch. Stolz zeigt er sein Wanderbuch mit dokumentierten 65 000 Kilometern, die er allein bei offiziellen Wanderungen des Verbandes zurückgelegt hat. Selbstbewusst sagt er: „4 bis 5000 Höhenmeter schaffe ich heute noch in einer Woche.“ Das halte ihn jung.

„Das Schöne an organisierten Wanderungen wie dieser ist, dass sich immer wieder eine große Familie trifft.

Viele Freundschaften sind da schon entstanden“, erklärt Weyand den Unterschied zu individuellen Fußreisen. Es sei wie eine große Familie. Dabei hat er einen neuen Trend ausgemacht: „Es kommen wieder vermehrt junge Familien mit ihren Kindern.“

Dabei können sich auch Einheimische so schnell nicht an ihrer Heimat satt sehen. Für Andrea Kolling aus Morbach ist es die lockere Stimmung und die hervorragende Organisation, die sie begeistert. Sie sagt: „An einem solch tollen Herbsttag ist wandern doch einfach traumhaft.“

Stammgast ist Martin Eltges. Er ist Mitglied einer festen Wandergruppe und freut sich: „Ich liebe den Hunsrück. Er ist immer wieder ein Erlebnis.“

Einer, der sich mit wandern fit macht für anstrengende Wochen ist der Präsident der Karnevalsgesellschaft Dilldappen, Frank Retzler. Seine Devise ist: „Nur in einem gesunden Körper steckt ein geistreicher Narr.“ Außerdem kommt an der guten Luft in freier Natur so manch gute Idee für einen kreativen Frohsinn.

Erstmals wurde der Hunsrück von der diesmal am weitesten angereisten Gruppe aus Luxemburg  entdeckt. Carlo Schneider hatte sich mit seiner 30-köpfigen Gruppe einen Bus gemietet um nach Morbach zu kommen. „Diese Landschaft hat uns sehr gut gefallen“, urteilt der Luxemburger. Er könne diese Region nur weiterempfehlen.

Helmut Anschütz (81) von den Wanderfreunden war schon   65000 Kilometer zu Fuß unterwegs.
Helmut Anschütz (81) von den Wanderfreunden war schon   65000 Kilometer zu Fuß unterwegs. FOTO: Herbert Thormeyer
Ehrenurkunde für die Wanderabteilung im Sportverein Morbach: DVV-Vizepräsident Bernd Derschug aus Bad Sobernheim (Mitte) gratulierte Karl-Heinz Weyand (links) und Ortsvorsteher Georg Schuh zur 50. Volkswanderung.
Ehrenurkunde für die Wanderabteilung im Sportverein Morbach: DVV-Vizepräsident Bernd Derschug aus Bad Sobernheim (Mitte) gratulierte Karl-Heinz Weyand (links) und Ortsvorsteher Georg Schuh zur 50. Volkswanderung. FOTO: Herbert Thormeyer