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Rapperath
24 Stunden lang nonstop reizen, trumpfen und punkten

Viele Skatspieler aus der Region, den benachbarten Bundesländern und  Belgien haben sich in Rapperath zum Skatmarathon getroffen.
Viele Skatspieler aus der Region, den benachbarten Bundesländern und  Belgien haben sich in Rapperath zum Skatmarathon getroffen. FOTO: Christoph Strouvelle
Rapperath. 100 Teilnehmer haben beim Skatmarathon von Herz Dame Schönberg in Rapperath teilgenommen. Und nahezu alle haben die Spielzeit von 24 Stunden durchgehalten.

18, 20, 2, 0, 4: Passionierte Kartenspieler kennen die Bedeutung dieser Ziffernfolge genau. Denn so wird beim Skat der Alleinspieler ermittelt. Im Gasthaus Rohr in Rapperath sind diese Zahlen am Fastnachtswochenende oft zu hören gewesen. Denn der Skatclub Herz Dame Schönberg hat dort seinen 13. Skatmarathon ausgetragen. 24 Stunden lang, von Samstag 11 Uhr bis Sonntagvormittag 11 Uhr, haben 100 Skatfreunde Trümpfe ausgespielt und versucht, bei einem Null Ouvert keinen Stich zu bekommen Die Akteure kommen aus der Region, aber auch aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, sagt Werner Schneider, erster Vorsitzender von Herz Dame Schönberg, der bei diesem Turnier gleichzeitig als Schiedsrichter im Einsatz ist. Acht Spieler sind gar aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens nach Rapperath gekommen. Unter den 100 Spielern befinden sich lediglich sieben Frauen.

„Wir sind einer der wenigen Vereine, die einen solchen Marathon ausrichten“, erklärt Schneider die hohe Beteiligung bei diesem 24-Stunden-Turnier. In Vierergruppen, bei denen reihum ein Akteur stets aussetzt, wird eine Serie mit 48 Spielen ausgetragen.

Nach dem Punktestand werden dann neue Vierergruppen gebildet. In der zehnten Runde spielen dann zum Schluss die Punktbesten unter sich, erklärt Schneider. In den 24 Stunden des Wettbewerbs, die lediglich durch Essenspausen unterbrochen wurden, haben die hundert Skatfreunde 12 000 Spiele ausgetragen. 9550 wurden gewonnen, 1900 verloren, hat Schneider ermittelt. 550 seien eingepasst worden. Das bedeutet: niemand hat das Reizen eröffnet. Das punktmäßig höchste Spiel, der Grand Ouvert, ist sieben Mal gespielt worden. Fünf davon wurden gewonnen, vier davon allerdings nur durch den günstigen Kartensitz bei den Gegnern, sagt Schneider. 250 Kartenspiele sind benötigt worden.

Bei einem Marathon sei es wichtig, über diesen langen Zeitraum die Konzentration aufrecht zu erhalten, sagt der Vorsitzende. Denn in den letzten Serien kommt es sonst schon einmal vor, dass jemand ein Spiel verliert, das er normalerweise sicher gewinnt.

„Und wenn das ein Spiel ist, in dem viele Punkte vergeben werden, wirft einen das schon einmal zurück“, sagt er. Rein körperlich halten die Spieler einen Marathon normalerweise durch. Und auch von den hundert Teilnehmern haben diesmal nur drei vorab aufgegeben. Was ist für die Spieler das Besondere an einem Marathon? „Ein solcher Wettbewerb ist außergewöhnlich und macht Spaß“, sagt Matthias Uttard aus Bäsch, dem der Spaß an dem Turnier anzusehen ist. Er spielt seit 55 Jahren Skat und ist seit zwölf Jahren Mitglied bei Herz Dame Schönberg. „Man braucht Stehvermögen und Kondition“, sagt er. Zudem sei es schön, bei diesen Wettbewerben Bekannte zu treffen, die man sonst selten sieht.