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Kommunalpolitik
Gute Infrastruktur zieht Neubürger und Touristen an

Im neuen Jahr wird es klappen: Das Neubaugebiet Mühlenfelder bekommt den Endstufenausbau und eine Anbindung per Verkehrskreisel.
Im neuen Jahr wird es klappen: Das Neubaugebiet Mühlenfelder bekommt den Endstufenausbau und eine Anbindung per Verkehrskreisel. FOTO: Herbert Thormeyer
Thalfang. Bauherren mögen Thalfang. Die Nachfrage nach Grundstücken ist in der Ortsgemeinde ungebrochen. Auch mit den Tourismuszahlen ist der Bürgermeister Burkhard Graul zufrieden. In dem Bereich gibt es einen ungewöhnlichen Trend. Von Herbert Thormeyer

Zwei Ereignisse stehen für den Thalfanger Ortsbürgermeister Burkhard Graul in unmittelbarem Zusammenhang, wenn es um wichtige Infrastrukturmaßnahmen dieses Jahres geht: „Die Fertigstellung und Einweihung der Realschule plus und der Breitbandausbau mit Glasfaser und einer Übertragungsrate von 100 Megabit pro Sekunde.“ Zu einer hochmodernen Schule gehöre es einfach, online zu sein, mit Whiteboards statt mit Tafelkreide. Auch Firmen seien für das schnelle Netz sehr dankbar.

Nicht nur deshalb ist Thalfang attraktiv. „Die Nachfrage von potenziellen Bauherren nach Bauland ist ungebrochen hoch“, freut sich der Ortschef. Zwölf Flächen sind in den Mühlenfeldern noch frei, die 2019 ausgebaut und mit einem Kreisel angebunden werden. Rund eine halbe Million wird das kosten, die von der Kommune aufzubringen sind. Die Bauherren haben den Endausbau mit dem Erwerb ihrer Parzellen abgegolten. Auch der Ortsteil Bäsch hat noch Bauplätze zu bieten.

Die Frage, warum das so lange gedauert hat, beantwortet Graul so: „Das Land, der Kreis und der Landesbetrieb Mobilität sind in diese Planung eingebunden. Aber bald ist es soweit.“ Ebenso der Ausbau der Haardtwaldstraße am Friedhof für 160 000 Euro. „Eine Anliegerbeteiligung wird kommen, aber vorher noch im Ortsgemeinderat diskutiert“, kündigt Graul an.

Das Thema Energiewende ist weiter in aller Munde. Doch bei der Windkraft ging Thalfang bislang leer aus. Graul schöpft Hoffnung: „Über den Zweckverband der zwölf Gemeinden könnten wir einen Standort im angrenzenden Windpark bekommen.“

Bio-Energiedorf will Thalfang werden. Das heißt, die Nahwärme aus dem Werksanlagen von Hochwald-Food und die Beratung der  Ortsgemeinde über bessere Dämmung der Häuser kann ausgebaut werden. Übers Internet (www.erbeskopf.eu) und auf Stellwänden im Haus der Begegnung werden die Bürger informiert. Im Rahmen des Zukunftschecks Dorf soll ermittelt werden, welche Zuschussmöglichkeiten bestehen. Zu der Frage ist Graul Ansprechpartner. Inzwischen sind alle  Straßenleuchten auf LED umgestellt. Geld gespart werde vom fünften Jahr an.

Ausgesprochen zufrieden ist Graul mit dem  Erfolg der Kulturveranstaltungen wie den Kunst- und Handwerkermarkt oder das Fest des Old- und Youngtimerclubs. Die Unfallgefahr an der Treppe des Villeneuver Platzes ist beseitigt, die aktiven Rentner, die das Ortsbild ansprechend halten, weiter fleißig. Mit dem historischen Rundweg bekommen Touristen noch mehr vom Thalfang vergangener Zeiten gezeigt.

Was Graul nach eigenen Worten richtig Bauchweh bereitet, ist, dass der Landesbetrieb Mobilität (LBM) den Vertrag zur Räumung der ehemaligen Landesstraße (Hauptstraße) gekündigt hat: „Wir müssen das jetzt selbst organisieren.“ Die Ausschreibung dieser Arbeiten läuft. Es handelt sich ausgerechnet um die Gefällstrecke, an der die Schulen, die Kita, die Ärzte und Geschäfte liegen. Beim Tourismus gibt es positive Signale: Die Zusammenarbeit mit dem Feriendorf Himmelberg klappt wieder besser. Probleme mit der Mülltrennung und der Beleuchtung sind laut Graul gelöst.

15 800 Übernachtungen hat Thalfang im ablaufenden Jahr – Tendenz steigend. Das entspricht etwa 4000 Gästen, plus die Tagesgäste, die vom Erbeskopf und dem Nationalpark angelockt werden. „Der Wandertourismus ist im wahrsten Sinne ein Renner“, sagt Graul. Sogar mit Vierbeinern im Hundepark im Industriegebiet Vorwald. Beherbergungsbetriebe bieten jetzt Übernachtungen mit Hund an. Mit 1200 Arbeitsplätzen herrsche Vollbeschäftigung.

Bleibt weiter das Warten auf die Kommunalreform. „Auf jeden Fall werden wir 2019 eine Kommunalwahl abhalten. Ich hoffe, dass unsere Dörfer danach dort zugeordnet werden, wofür sie sich entschieden haben.“