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Freizeit
Wanderwege am Erbeskopf: „Wie eine Mondlandschaft“

Nicht nur Skifahrer können mittlerweile die Liftanlage am Erbeskopf nutzen, sondern auch Mountainbiker.
Nicht nur Skifahrer können mittlerweile die Liftanlage am Erbeskopf nutzen, sondern auch Mountainbiker. FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Erbeskopf. Radfahrer, die am Erbeskopf nicht auf dem Trail sondern auf Wanderwegen fahren, hat ein TV-Leser beobachtet. Das bestätigt Klaus Hepp von der Skiliftanlage. Nicht alle würden sich an die Wege des neu eingerichteten Trailparks halten. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

„Das sieht am Erbeskopf wie in einer Mondlandschaft aus,“ sagt TV-Leser Gerhard Walter aus Morbach dem TV. Er ist mächtig sauer. Walter war vor wenigen Tagen am Erbeskopf wandern. Das hat in seiner Familie Tradition, wie der 80-Jährige sagt. Schon in der Jugend sei er dort unterwegs gewesen. Die Wanderwege am Erbeskopf zu nutzen, gehöre für ihn zum Leben einfach dazu, nicht zuletzt wegen des hohen Erholungsfaktors. Er kenne die Landschaft seit Jahrzehnten und gerade deshalb sei er so verärgert, denn seit der Einrichtung des Mountainbike-Trailparks im vergangenen Sommer  sei die Landschaft verschandelt. „Es gibt tiefe Furchen auf den Wanderwegen, die von Mountainbikern stammen,“ findet Walter. Das beobachte er nicht auf den ausgewiesenen Trails des Bike-Parks, sondern auf den umliegenden Wanderwegen. „Ich habe nichts gegen den Mountainbike-Trailpark, solange die Radfahrer  die ausgewiesenen Strecken benutzen, aber so kann es nicht weitergehen, wo wir jetzt auch den Nationalpark haben,“ sagt Walter. Die Bergwiese sei auch sehr  verschandelt.  Aus seinen Beobachtungen folgert Gerhard Walter: „Die Mountainbiker fahren einfach überall herum!“

Der Trail-Park, der im Sommer am Erbeskopf eingerichtet wurde, soll das Gebiet auch für Mountainbiker attraktiver machen. Die Trailpark Erbeskopf GmbH aus dem saarländischen Ottweiler hatte ihn in enger Abstimmung mit dem Zweckverband Erbeskopf  geplant. Er passt zudem in das Tourismuskonzept der Region um Erbeskopf und Nationalpark Hunsrück-Hochwald, das auf naturnahen Individualtourismus setzt. Da gehören neben Wanderern auch Mountainbiker zur Zielgruppe (der TV berichtete mehrfach). Mit der im Sommer normalerweise ungenutzten Skiliftanlage konnte so ein Trailpark eingerichtet werden, der den Mountainbikern auch die Möglichkeit bietet, sich vom Schlepplift auf den Berg ziehen zu lassen. Die Einrichtung der Anlage wurde auch von allen beteiligten Instanzen, vor allem dem Zweckverband Erbeskopf und den Tourismus-Büros, begrüßt.

Der TV fragte beim Trailpark Erbeskopf-Geschäftsführer Martin Halm nach. „Es macht keinen Sinn, die Wiese herunterzufahren und es würde auch keinem Spaß machen.  Wir haben den Trailpark in enger Abstimmung mit den Umweltbehörden eingerichtet,“ sagt Halm. Er räumt aber auch ein: „Es gibt eine Schar an Hardlinern, die auch auf Wanderwegen fahren. Unsere Trails sind aber genau abgesperrt und unser Publikum schwärmt nicht in die Landschaft aus.“ Halm weist aber darauf hin, dass der Nutzerdruck in der Mountainbiker-Szene hoch sei. Viele Fahrer würden  auch gerne auf den Traumschleifen fahren.  „Es gibt noch keine guten Trailnetze in der Region. Da müsste was geplant werden,“ sagt Halm, der selbst Mountainbiker ist und die Szene gut kennt. Er und drei weitere Mountainbiker hatten vor wenigen Jahren den „Flowtrail“ im saarländischen Ottweiler als erstes Trailprojekt ehrenamtlich gegründet und dafür 2015 auch den Ehrenamtspreis erhalten.

Klaus Hepp von der Skiliftanlage am Erbeskopf kann wiederum die Beobachtungen von Gerhard Walter bestätigen. „Es fahren in der Tat viele Mountainbiker querbeet am Erbeskopf. Wenn wir sie dabei erwischen, verwarnen wir sie,“ sagt Hepp. Das würde er immer wieder beobachten und es würde der Einrichtung schaden. Auch Wanderer und besonders Familien mit Kindern seien gefährdet, wenn Mountainbiker unkontrolliert über die Wanderwege fahren. Einmal sei sogar einer zwischen der Sommerrodelbahn gefahren. „Das sind Leute, die fahren ohne Sinn und Verstand“, sagt Hepp. Meistens würden sei außerhalb der Betriebszeiten der Liftanlage fahren, und sich damit der Aufsicht entziehen. „Wenn wir welche in der Betriebszeit erwischen, dann nehmen wir ihnen die Tageskarte ab und verwarnen sie. Mehr kann man leider nicht tun,“ sagt Hepp.