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Als schwebten die Wanderer inmitten der Hunsrück-Landschaft

Klaus Hepp, Betriebsleiter des Wintersportzentrums, und Hans-Dieter Dellwo, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, demonstrieren an einem Modell der Skipiste, wo die Klangskulptur künftig stehen soll. TV-Foto: Klaus Kimmling
Klaus Hepp, Betriebsleiter des Wintersportzentrums, und Hans-Dieter Dellwo, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, demonstrieren an einem Modell der Skipiste, wo die Klangskulptur künftig stehen soll. TV-Foto: Klaus Kimmling
Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig sollen schon bald am Erbeskopf ein begehbares Kunstwerk vorfinden. Der Siegerentwurf eines Ideenwettbewerbs für die Neugestaltung des Erbeskopf-Plateaus wird in Kürze realisiert. Von unserer Redakteurin Ilse Rosenschild

Erbeskopf. Beim Thema Windklang-Skulptur gerät Hans-Dieter Dellwo geradezu ins Schwärmen. "Wanderer können da schon bald mitten in der Landschaft schweben", beschreibt der Vorsteher des zuständigen Zweckverbands Erbeskopf und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf in Personalunion die Situation, die Wanderer schon bald am Erbeskopf vorfinden sollen. Unmittelbar oberhalb der Skipiste soll eine begehbare Windklang-Skulptur entstehen.

Bauantrag ist bereits gestellt



Das Objekt soll das "i"-Tüpfelchen des "Kopfs der Region" werden. So lautet der Name des Siegerentwurfs einer Trierer Arbeitsgemeinschaft bei einem Ideenwettbewerb, der vor zwei Jahren zur Neugestaltung des Erbeskopf-Gipfels ausgelobt worden war (der TV berichtete). Das begehbare Objekt ist Endpunkt eines Steges, der durch die Skulptur hindurchführt und einen Aussichtspunkt in die Hunsrücklandschaft hinein bildet. Dass die Skulptur Klänge erzeugt, soll dem Ort eine besondere Atmosphäre verleihen.

Verbandsvorsteher Dellwo ist zuversichtlich, dass das Projekt noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Der Bauantrag ist bereits gestellt. Und was mindestens ebenso wichtig ist: Das Wirtschaftsministerium hat nach Angaben Dellwo eine "großzügige Förderung" des Gesamtvorhabens in Aussicht gestellt. Die Kosten sollen sich insgesamt zwischen 750 000 und 800 000 Euro bewegen. Bezüglich des Zeitrahmens ist Dellwo optimistisch: "Ich will in diesem Jahr noch eröffnen."

Ein weiterer Pluspunkt: Steg und Skulptur werden Bestandteil des Saar-Hunsrück-Steigs. "Das wird ein weiteres Highlight für den Premiumwanderweg", ist sich der Vorsteher sicher.

Für den Zweckverband ist das Projekt um so wichtiger, als die Verantwortlichen über Jahrzehnte hinweg auf dem Plateau der höchsten Erhebung von Rheinland-Pfalz einen Ersatz-Turm für den 1961 von den Amerikanern gesprengten Kaiser-Wilhelm-Turm angestrebt hatten. Dieser hatte den Radar-Rundblick der Amerikaner gestört.

Ein 1971 gebauter Holzturm wurde nie als gleichwertiger Ersatz akzeptiert. In den 90er Jahren zogen die US-Truppen ab und überließen die Radaranlage der Bundeswehr. Doch auch von deutschen Militärs und Politiken gab es kein Plazet für einen Turm-Neubau. Als 2004 nach der Beseitigung eines Zauns der größte Teil des Plateaus zugänglich war, wurde allerdings der Weg für eine Neugestaltung des Areals frei. Extra Kopf der Region: Die Kern idee des Konzepts einer Trie rer Arbeitsgemeinschaft "Kopf der Region" ist, eine Motivation für Besucher zu schaffen, das Erbeskopf-Plateau zu erklimmen. Um das zentrale Gelände geht ein Rundweg. Wanderwege führen von unten hinauf und kreuzen den Rundweg. Der höchste Punkt wird mit einem sieben Meter hohen Edelstahlstab markiert. Stählerne Sicht-Achsen auf Bodenniveau durchstoßen den Rundweg. Auf weitere "Köpfe", sprich benachbarte Bergkuppen wie den Sand- und Idarkopf sowie den Wildenburger Kopf wird hingewiesen. Ein Steg führt durch eine zwölf Meter hohe Windharfe hindurch. Sie hat der Eifeler Künstler Christoph Mancke entworfen. (iro)