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Alscher löst Dreier ab

Der Wahlsieger Dr. Bernhard Alscher. Foto: privat
Der Wahlsieger Dr. Bernhard Alscher. Foto: privat
Drei Wochen nach dem ersten Wahlgang waren die Bürger der Verbandsgemeinde Birkenfeld gestern erneut zu den Urnen gerufen, um für die nächsten acht Jahre ihren Bürgermeister zu wählen. Das Ergebnis war eine Sensation.

Birkenfeld. (red) Manfred Dreier (SPD) muss nach 18 Jahren das Amtszimmer des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Birkenfeld räumen. Er unterlag gestern bei der Stichwahl - für die meisten Wahlbeobachter völlig überraschend - seinem Herausforderer Dr. Bernhard Alscher (Birkenfelder Freie Liste). Alscher kam auf rund 500 Stimmen mehr als Dreier - das Verhältnis lautete 3794 zu 3302. Für den Tierarzt aus Oberhambach, der sich im ersten Anlauf überraschend vor dem CDU-Kandidaten Günter Heß platzieren konnte, votierten 53,5 Prozent. "Nach einem 2:1-Sieg auf dem Fußballplatz fühlte ich mich besser - mir schlottern die Knie", war der erste Kommentar des Triumphators: Von Dienstag bis Freitag verbrachte der BFL-Mann einen lange geplanten Skiurlaub in Zermatt in der Schweiz, während der Amtsinhaber noch einmal viele Bürger zu Hause aufsuchte. "Offenkundig war die Unzufriedenheit groß", meinte der künftige Bürgermeister, der am 15. Oktober sein Amt im Birkenfelder Rathaus antritt. "Für eine Analyse ist es zu früh - als Demokrat respektiere ich die Meinung der Wähler", sagte der sichtlich konsternierte Manfred Dreier, der vor acht Jahren bereits den Posten des Stadtbürgermeisters an Peter Nauert (CDU) verloren hatte, sich auf VG-Ebene seinerzeit aber klar mit 66,6 Prozent gegen Heinz Werle (CDU) behauptet hatte. Prominenz der Kreis-SPD "absolut überrascht"

Dieser fungierte gestern als Wahlleiter und war "absolut überrascht" - genau wie die versammelte Prominenz der Kreis-SPD: "Mir tut es für Manfred Dreier leid, ich wünsche Bernhard Alscher eine glückliche Hand", bekundete Landrat Axel Redmer, der das Resultat keineswegs als Ausdruck von Parteienverdrossenheit wertete: "Bei einer Urwahl stehen die Personen im Vordergrund." Nun müsse Alscher seine Ankündigungen in Taten umsetzen, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss. Auch Axel Schäfer und Gerd Schwabe als politische Mitstreiter des Gewinners bekannten, mit diesem Ausgang nicht gerechnet zu haben: "Bernhard Alscher hat gute Arbeit geleistet", attestierte Schäfer. Von 47,2 auf 45,1 Prozent verringerte sich die Wahlbeteiligung.