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Bahnaktivisten wollen Gleise der Hunsrück- und Hochwaldbahn erhalten

 In einem ersten Schritt müsste die Bahntrasse gerodet werden. Viele Gleise, wie hier in Deuselbach, sind überwuchert. TV-Archivfoto: Hans-Peter Linz
In einem ersten Schritt müsste die Bahntrasse gerodet werden. Viele Gleise, wie hier in Deuselbach, sind überwuchert. TV-Archivfoto: Hans-Peter Linz FOTO: (m_huns )
Thalfang/Morbach. Die Interessengemeinschaft Nationalparkbahn lädt zur Streckenbegehung ein. Sie will beweisen, dass im Saarland keine Gleise entfernt werden müssen, um einen Radweg zu bauen. Das hat Auswirkungen auf Thalfang und Morbach. Hans-Peter Linz

Den Nationalpark umweltfreundlich mit der Eisenbahn erschließen und damit auch den öffentlichen Personennahverkehr im Hunsrück verbessern: Das ist ein Ziel, für das sich viele einsetzen. Dafür sollen die stillgelegten Gleise der Hunsrück- und der Hochwaldbahn reaktiviert werden. Der Landkreis Bernkastel-Wittlich, die Einheitsgemeinde Morbach und die Verbandsgemeinde Thalfang, durch die die Gleise führen, stehen dieser Idee positiv gegenüber (der TV berichtete mehrfach). Das Projekt hat aber seit einigen Monaten Gegenwind erhalten.

Im Saarland gibt es Bestrebungen, die Bahntrasse in einen Radweg umzuwandeln. Das hätte weitreichende Konsequenzen für die Strecke zwischen Thalfang und Morbach, die dann vom Bahnnetz abgeschnitten wäre.

Aber gerade dieser nur 14 Kilometer lange Abschnitt würde sich als Touristenbahn anbieten, da sie durch eine landschaftlich reizvolle Gegend führt. Für Erhard Pitzius von der saarländischen Sektion des Verkehrsclubs Deutschland wäre das ein wichtiger erster Schritt: "In Rheinland-Pfalz müsste man sagen: Wir machen jetzt diesen Schritt und machen die Strecke Thalfang-Morbach startklar. Im Saarland müsste das Gleis 1 am Bahnhof Türkismühle genutzt werden, um die Nationalparkbahn anzuschließen. Das ist sogar behindertengerecht gebaut und ist eigentlich das alte Gleis der Hochwaldbahn." Diese Strecke sei noch in einem guten Zustand, erzählt Pitzius. Sie müsste aber gerodet werden. Das wäre für Pitzius ein erster konsequenter Schritt in die richtige Richtung.

Sein Mitstreiter Patrick Pandel von der Interessengemeinschaft Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald warnt ebenso davor, die Gleise im Saarland zu demontieren und lädt deshalb am 18. November zu einer öffentlichen Streckenbegehung im Abschnitt Türkismühle-Nonnweiler ein. Das ist der Bereich, der zum Radweg werden soll.

Pandel: "Wir wollen bei der Begehung der Bevölkerung klarmachen, dass an dieser Stelle genug Platz für einen Radweg und einen Bahnverkehr ist. Immer wieder wird behauptet, dass ein Radweg nicht neben die Bahnstrecke Türkismühle-Nonnweiler passt, da das Gleis in die Mitte verschwenkt wurde. Dies wollen wir bei der Begehung widerlegen und über unseren alternativen Radwegplan informieren."

Ob ein Radweg neben einer Bahntrasse funktioniert? "Das ist durchaus gängige Praxis. Das gibt es zum Beispiel in der Eifel am Kylltalradweg, auf dem sich Bahn und Rad die Strecke, ja sogar einen Tunnel teilen."

Sollte dieser Abschnitt also erhalten bleiben, hätte auch die Touristenbahn Thalfang-Morbach noch eine Zukunft. Pandel: "Dann würde es dort zu keiner unattraktiven Insellösung kommen, sondern die Strecke ließe sich an das bundesdeutsche Bahnnetz komplett anschließen."

Die Streckenbegehung der Hochwaldbahn ist am Samstag, 18. November, 10 Uhr. Startpunkt ist der Bahnübergang in der Saarbrücker Straße in Türkismühle. Über Gonnesweiler, Eckelhausen, Sötern, Schwarzenbach und Otzenhausen geht es bis nach Nonnweiler (Gesamtstrecke etwa 13 km). Anschließend geht es mit dem Linienbus wieder zurück nach Türkismühle.