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Begehrter Laich

Rund 30 Kinder und Erwachsene haben bei einer Amphibienwanderung die Besonderheiten des Singenden Tales kennengelernt. Die Exkursion führte vom Hilscheider Forsthaus Röderbach zu den höchstgelegenen Amphibienvorkommen in Rheinland-Pfalz.

Hilscheid. (urs) Im Blätterteppich entlang des Weges raschelt es immer wieder. Mal ist es ein Salamander, der vor den 30 Wanderern davonhuscht, mal eine Blindschleiche. Nur Kröten machen sich noch rar, was wegen der Trockenheit aber kaum überrascht. Denn noch plätschert kein Wasser in den Seitengräben entlang der Strecke vom Hilscheider Forsthaus Röderbach Richtung Erbeskopf. Doch in den Teichen des Öko-Rundweges "Singendes Tal", der zu den höchstgelegenen Amphibienvorkommen in Rheinland-Pfalz führt, tummeln sich zumindest schon Kaulquappen.

Bei ihrem Anblick schlagen die Herzen etlicher Kinder höher. "Hoffentlich darf ich mir ein bisschen Krötenlaich mitnehmen", sagt Jakob, ein von Amphibien begeisterter Schüler. Er wolle sie im heimischen Gartenteich züchten. Eine Kröte hat sich dort schon eingerichtet, nachdem er Laich aus dem Schulteich eingesetzt hatte.

Seine kleine Schwester Paula hat ebenfalls keine Scheu vor Amphibien. Seit ein Lehrer Froschlaich in die Schule mitgebracht habe, schauten sie jeden Tag, was sich dort tue. Zu der Amphibienwanderung haben daher etliche Kinder ein Glas mitgenommen. Kaulquappen wollen sie aber nicht dort hineintun. Es wäre Tierquälerei, sie im Auto zu transportieren, erklärt Jakob, der daher nach Laich Ausschau hält: "Als Eier merken die das nicht."

Amphibienexperte Sascha Schleich, der die Exkursion begleitet, dämpft jedoch die Erwartungen. Krötenlaich könne sich im Gartenteich kaum entwickeln. Und wenn doch, überlebten die Tiere nur selten die ringsum lauernden Gefahren. Amphibien seien nämlich weniger auf Wasser angewiesen als auf Verstecke, zum Beispiel unter totem Holz, Wurzeln oder Steinhaufen.

Mit den Kindern tauchen die Erwachsenen in diesen Lebensraum ein. Norbert Forster aus Hattgenstein kennt das Singende Tal schon seit 50 Jahren. "Früher haben wir hier gezeltet", erinnert sich der 73-Jährige an Pferde-Unterstände entlang der einst stark frequentierten Route. Auch Andrea Kaus-Thiel aus Idar-Oberstein genießt die Exkursion, die einlade, "ein offenes Auge für die Dinge in der Nähe" zu haben.

Zusatz-Termin: Eingeladen zu der kostenlosen Wanderung "Zu Frosch, Molch & Co." hatte der Naturpark Saar-Hunsrück in Kooperation mit den Naturschutzverbänden Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (Gnor) und Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Da die Zahl der Anmeldungen den Rahmen sprengte, gibt es einen Zusatztermin am Sonntag, 2. Mai. Anmeldung unter Telefon 06503/92140.