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Beinahe hören sie das Gras wachsen

Der TV ist für sie eine unverzichtbare Informationsquelle bei der Sportberichterstattung: David Schmitt, Heiko Herlach und Ralf Linn vom SV Gonzerath. Foto: Ilse Rosenschild
Der TV ist für sie eine unverzichtbare Informationsquelle bei der Sportberichterstattung: David Schmitt, Heiko Herlach und Ralf Linn vom SV Gonzerath. Foto: Ilse Rosenschild
GONZERATH. (iro) Der Spielbetrieb hat wieder begonnen. Doch am Sportlerheim in Gonzerath herrscht derzeit ungewöhnliche Ruhe. Fast kann man das Gras wachsen hören. Und das ist auch der springende Punkt. Denn das Grün auf dem neuen funkelnagelneuen Rasenplatz muss wachsen.

Erst wenn die Wurzeln tief genug sind, wird der Platz für Training und Spielbetrieb freigegeben. Und das wird nach Angaben des Vorsitzenden Heiko Herlach etwa in einem Monat der Fall sein. Bis dahin weichen die Kicker nach Merscheid aus. 370 Mitglieder sind derzeit registriert, davon allein 100 Jugendliche bis 18 Jahre. Dass der Verein in dieser Hinsicht so gut dasteht, hat mit der Verbundenheit zum Verein zu tun. Nicht wenige stolze Eltern melden den Nachwuchs frühzeitig im Verein ein. Zum Beispiel Lukas Linn. Der Sohn von Geschäftsführer Ralf Linn wurde bereits einen Tag nach seiner Geburt Vereinsmitglied. Inzwischen ist er 15. Von einem Nachwuchsproblem kann keine Rede sein. Dennoch hat man sich bei den Jugendmannschaften der Spielgemeinschaft JSG Hunsrückhöhe angeschlossen. Das wichtigste Ziel in den nächsten Jahren: der Abbau der Schulden. Denn den Löwenanteil der knapp 120 000 Euro für den neuen Platz hat der Verein selbst finanziert. Bezuschusst wurde das Projekt mit 35 000 Euro. Eingeweiht wird übrigens beim Gemeinde-Pokalturnier im Juli kommenden Jahres. Das haben die Vereine möglich gemacht, die 2006 und 2007 turnusmäßig dran gewesen wären, bedankt sich Herlach. Doch nicht nur dem runden Leder frönt man am Schackberg. Unter der Betreuung von Stefanie Knichel lernen Mädchen Volleyball. Im "Hupps-Club" kann sich das weibliche Geschlecht zudem mit Gymnastik und Walken sportlich betätigen. Die jüngsten Vereinsmitglieder sind bei den Schackberg-Zwergen, einer Krabbelgruppe, gefragt. Die Sportler wären keine Gonzerather, wenn nicht auch das Feiern eine hohen Stellenwert hätte. Ein Wochenende im Herbst steht der Sport zurück: Das Oktoberfest ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Das Konzept ist bewährt: Freitags kommen die Rockfans auf ihre Kosten. Am Tag drauf folgt der bayrische Abend. Am 7. und 8. Oktober ist es so weit. Erstmals spielen übrigens die "Vampire" aus der Eifel, laut Veranstalter eine der angesagtesten Bands in der Region. Für den blau-weißen Abend wurden die Hunsrücker Nachtschwärmer engagiert. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Der TV gehört für die drei zur täglichen Lektüre, montags und freitags wegen des Lokalsports natürlich in besonderem Maße. "An den Tagen wäre sogar eine zusätzliche Sportseite wünschenswert", sagt Pressewart David Linn. An beiden Tagen sind die Lesegewohnheiten deutlich anders als sonst: Statt des Hunsrück-Teils werden zuerst die Sportseiten verschlungen. Für Pressewart David Schmitt sind auch Hägar und das Horoskop unverzichtbar.