| 21:34 Uhr

Besser als Waschmaschinen

Nicht nur Telefonapparate faszinieren Sammler wie Dietrich Arbenz (Mitte) und Ulrich Nowack (rechts). Bei der Telefonbörse des Deutschen Telefon-Museums in Morbach ist auch die entsprechende Fachliteratur heiß begehrt. TV-Foto: Ursula Schmieder
Nicht nur Telefonapparate faszinieren Sammler wie Dietrich Arbenz (Mitte) und Ulrich Nowack (rechts). Bei der Telefonbörse des Deutschen Telefon-Museums in Morbach ist auch die entsprechende Fachliteratur heiß begehrt. TV-Foto: Ursula Schmieder
Bei der Telefonbörse des Deutschen Telefon-Museums haben vom Liebhaberstück bis zum primitiven Plastikapparat wieder etliche Geräte ihre Besitzer gewechselt.

Morbach. (urs) Sammler aus ganz Deutschland haben sich bei der Telefonbörse des Deutschen Telefon-Museums erneut ein Stelldichein gegeben. Etliche sind schon tags zuvor angereist. Denn fast noch wichtiger als das Stöbern und Tauschen ist das "Fachsimpeln", wie Ulrich Nowack verrät. Dafür nimmt er die Anreise aus dem Raum Nürnberg gern in Kauf. Allerdings ohne Ehefrau, deren Verständnis spätestens am zweiten Abend des Sammler-Wochenendes nachlassen würde.Wer sich für Nachrichtentechnik interessiert, ist jedoch in seinem Element. "Man erfährt immer wieder was Neues", versichert der Sammler. So habe er eben einen Nachbau des ersten "Bell-Hörers" (Alexander Graham Bell, Entwickler des Telefons) entdeckt - ein Schulmodell von um 1900.Fasziniert hat ihn aber auch ein "Bonzophon"-Nachbau der ehemaligen DDR. Die primitiven Plastikgeräte seien damals den Bonzen vorbehalten gewesen. Begehrt bei Sammlern sind aber vor allem Ersatzteile. Alte Geräte von Privat seien daher gesucht: "Wenn irgendwo was über ist, sollten sie es bei Museumsleiter Siegfried Warth abgeben." Für Dietrich Arbenz ist die Telefonbörse ein wichtiger Termin, an dem das Wiedersehen mit Sammlern reizt. Aber er finde auch immer wieder interessante Dinge, erzählt der Münchner, der etwa 120 Telefone besitzt. Platzprobleme habe er keine. Seiner Frau hält er aber vorsorglich vor Augen, dass es schlimmer könnte: "Ich habe einen Kollegen, der sammelt Waschmaschinen."Laut Warth sind von an die 50 angemeldeten Ausstellern, darunter auch ein Schweizer, bis auf einen alle gekommen. Wünschen würde er sich nur, dass die Börse auch mehr Einheimische anspricht. Bei den Anmeldungen ist Warth dennoch wachsam. Wer seine Bestände nachweislich illegal erworben hat, wird nicht zugelassen. Und Händler, die ihre Apparate für mehr Geld verkaufen wollen, als sie wert sind, vergrault Warth schon einmal. "Ich hab denen klipp und klar gesagt, für diesen Preis kannst du hier nichts verkaufen, und dann kommen die von selbst nicht her."