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Kommunales
...und wie es im Telefonmuseum weitergeht

Museumsbetreiber Siegfried Warth in der Ausstellung vor einer Vermittlungsanlage aus dem Jahr 1925.
Museumsbetreiber Siegfried Warth in der Ausstellung vor einer Vermittlungsanlage aus dem Jahr 1925. FOTO: Christoph Strouvelle
Morbach. Betreiber Siegfried Warth sieht keine Möglichkeit, das Museum in kurzer Zeit umzubauen und damit die Ausstellungsfläche zu reduzieren. Er droht offen mit dem Ende der Einrichtung. Von Christoph Strouvelle

( Siegfried Warth, Leiter des Deutschen Telefonmuseums, äußert sich klar zu den Plänen der Gemeinde Morbach, Teile der Ausstellung abzubauen, das Museum umzugestalten und die freien Räume ab dem 1. Januar 2019 der Holzvermarktungsgesellschaft HVO zur Verfügung zu stellen: „Das kann man vergessen. Das ist unmöglich.“

Als Warth das Museum eingerichtet hat, hat er zwei Jahre für den Aufbau benötigt, sagt er. Denn die Exponate sollen funktionstüchtig sein und miteinander interaktiv verbunden. Das ermöglicht Museumsbesuchern, auf andere Apparaten in den jeweiligen Ausstellungsräumen anzurufen und die Apparate zu testen. Alleine für den Aufbau einer analogen Wählanlage aus dem Jahr 1925, die derzeit in den Räumen steht, die für die HVO vorgesehen sind, hatte er damals vier Monate gebraucht. Um diese 2,5 Tonnen schwere Anlage mit 2,20 Meter Höhe und fünf Meter Breite jetzt wieder so auseinanderzubauen, dass diese transportfähig ist, veranschlagt er alleine zweieinhalb Monate.

Zudem könne die Anlage wegen des hohen Gewichtes nicht in der Etage obendrüber wieder aufgebaut werden. Aber auch die hölzernen Ausstellungswände könnten nicht einfach abmontiert werden, sagt er. Würde die Ausstellung aufgrund des geringeren Platzes um Exponate reduziert und auf den Wänden andere Geräte montiert, zeigten sich die Verfärbungen auf dem Holz unter den bisher dort befindlichen Geräten.

„Das sieht dann einfach schlecht aus“, sagt er. Hinzu kommen persönliche Probleme. Denn Warth ist inzwischen zu hundert Prozent schwerbehindert und kann sich nur noch über kurze Strecken zu Fuß bewegen. Ab 40 Meter Fußweg ist er auf einen Rollstuhl angewiesen, sagt er. Montagearbeiten gingen deshalb nur mit seinem Sohn, der sich dann lediglich an Wochenenden Zeit nehmen könnte, „wenn er nicht selber was vorhat.“ Ein Konzept für den Weiterbetrieb des Museums sei noch nicht erstellt.

Der Bürgermeister sei vor wenigen Wochen bei ihm gewesen und habe ihn von den Überlegungen unterrichtet, diverse Räume des Museums anders zu nutzen. Doch von den konkreten Plänen, welche Räume er abgeben muss, habe er erst am Tag nach dem Gemeinderatsbeschluss erfahren. „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt er. Hinzu komme, dass die WC-Anlagen sowohl von der HVO als auch vom Museum genützt würden und der Schutz der unter Liebhabern teuer gehandelten Geräte nicht mehr gewährleistet sei. Warth: „Wenn ich es nur noch halbherzig machen kann, dann höre ich auf.“