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Umwelt
In Malborn gibt es jetzt Sonnenstrom

Die Malborner Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh zusammen mit Konstantin Weber (links) und Nikolas Baier von Abowind. Foto: Christoph Strouvelle
Die Malborner Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh zusammen mit Konstantin Weber (links) und Nikolas Baier von Abowind. Foto: Christoph Strouvelle FOTO: Christoph Strouvelle
Malborn. Das Unternehmen Abowind nimmt im Malborner Gewerbegebiet Hasenwies eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Und auch weitere Flächen sind bereits belegt. Von Christoph Strouvelle

Es tut sich was im Malborner Gewerbegebiet Hasenwies. Lange haben die Malborner Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh und ihre Vorgängerin nach Betrieben gesucht, die sich dort ansiedeln. Jetzt ist es fast komplett besetzt.

In den vergangenen zwei Wochen hat das Unternehmen Abowind aus Wiesbaden auf einer Fläche von 1,5 Hektar eine Photovoltaikanlage montiert, die in diesen Tagen ans Netz geht. Zwei weitere Flächen seien ebenfalls verkauft, sagt Hogh. Ein Schreinerbetrieb und eine Oldtimerwerkstatt wollen sich dort ansiedeln. Lediglich eine kleinere Fläche sei noch frei.

Hogh fällt damit sichtlich ein Stein vom Herzen. Denn das Land hat die Erschließung des Gewerbegebietes im Jahr 2008 mit rund 700 000 Euro gefördert. „Hätten wir bis 2021 nicht mindestens 52 Prozent des Gewerbegebietes besetzt gehabt, hätten wir das Fördergeld zurückzahlen müssen“, sagt sie. Zwar hätte es einige Interessenten gegeben, doch sei das Gelände wegen seiner Topografie nicht für jeden Betrieb geeignet gewesen. Und auch die Förderrichtlinien hätten einiges ausgeschlossen. „Ein reiner Containerabstellplatz wäre nicht möglich gewesen“, sagt sie.

Jetzt produziert Abowind mit einer Photovoltaikanlage, bestehend aus 2772 Einzelmodulen, pro Jahr 760 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, sagt Projektleiter Nikolas Baier von Abwind. Das reicht aus, um rund 250 Haushalte mit Strom zu versorgen. 20 Jahre soll die nach Süden ausgerichtete Anlage mindestens Strom produzieren. Dann werden die Module recycelt oder abhängig von der Situation im Jahr 2038 auch weiterbetrieben, sagt er. Abowind habe rund 600 000 Euro in das Projekt investiert.

In der VG Thalfang sei es die erste derartige Anlage, erklären Hogh und Baier. Das Projekt passe gut zur Gemeinde Malborn, die sich im Rahmen der Initiativen Smart Village und Bioenergiedorf engagiert, sagt Hogh. „Wir wollten ursprünglich Windkraft, jetzt haben wir Photovoltaik“, stellt Hogh fest. Abowind hat das Gelände gekauft, erklärt die Ortsbürgermeisterin. Das sei für die Gemeinde am günstigsten gewesen. Bei einer Verpachtung hätte sich die Gemeinde um den Unterhalt des Grundstücks kümmern müssen. „Wir haben das Sinnvollste getan“, findet Hogh. Trotzdem ist die Gemeinde rund um das Gelände gefordert. Denn die Fläche bis zum Waldrand muss frei bleiben. „Wir haben woanders geschaut, was möglich ist und was für uns sinnvoll ist“, sagt sie. Deshalb will die Gemeinde dort eine Bienenweide säen und rund um das Gelände einen Rundgang anlegen, der zu einem Weiher am Waldrand führt. Der werde bereits jetzt zur Naherholung aufgesucht.