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Dem Klima auf der Spur

Die Veränderung von Temperatur und Niederschlägen ist für die Diplom-Geografin Katharina Licht - hier mit einem Sonnenscheinschreiber - eine runde Sache.Foto: Ursula Schmieder
Die Veränderung von Temperatur und Niederschlägen ist für die Diplom-Geografin Katharina Licht - hier mit einem Sonnenscheinschreiber - eine runde Sache.Foto: Ursula Schmieder
ERBESKOPF. (urs) Im Verlauf ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Trier hat sich Diplom-Geografin Katharina Licht zu einer Expertin des regionalen Klimas entwickelt. Das ist auch das Thema ihrer Doktorarbeit.

Ob der Kölner Dom irgendwann tatsächlich an der Nordsee liegt? Sicher, einiges deutet darauf hin. Doch eine definitive Aussage wird derzeit wohl kaum jemand treffen können. Denn wenn es um Wetter und Klima geht, spielen viele Faktoren mit. Einer davon - und ein nicht eben unwesentlicher - ist der Mensch. "Das hat sicherlich was mit uns zu tun", sagt Diplom-Geografin Katharina Licht. Sie bestätigt die ihr gegenüber geäußerten Sorgen um Klimaextreme, die Zunahme von Hochwassern oder auch den Standort des Domes als einer möglichen Folge eines weiteren Meeresspiegel-Anstiegs. "Wir sollten nicht so weitermachen", sagt die 30-Jährige, die im Hunsrückhaus ihre Doktorarbeit über das Klima der Region Eifel-Mosel-Hunsrück vorstellte. Eine Gelegenheit, die rund 30 Personen nutzten, um sich zu informieren und um Antworten auf die verschiedensten Fragen von der Nutzung der Windenergie bis zur Ursache von Stürmen zu erhalten. Alle Fragen konnte die langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Klimatologie der Universität Trier nicht beantworten. Doch wusste sie Interessantes über das regionale Klima zu berichten und war zudem bei ihrer Arbeit aufschlussreichen Trends auf die Spur gekommen. Wie zum Beispiel dem, dass die in einem untersuchten Zeitraum von 40 Jahren durchweg angestiegenen Maximum-Temperaturen erstaunlicherweise während der Herbstmonate in der Region tendenziell zurückgingen."Nicht die ganze Region über einen Kamm scheren"

Auch im Zusammenhang mit allgemein in Deutschland festzustellenden sinkenden Niederschlagsmengen im Sommer, aber steigenden im Winter, kam bei der regionalen Studie Beachtliches zu Tage: So hat seit 1971 die Sommer-Niederschlagsmenge im Hunsrück stärker abgenommen als in der Eifel. Worauf dies zurückzuführen ist, kann Licht nicht definitiv beantworten. Sie vermutet jedoch, dass es etwas mit den Mittelgebirgszügen zu tun hat. Dass die hiesigen Höhenzüge von Südwest nach Nordost ausgerichtet sind, wirkt sich durch Stauen oder Abregnen auf die meist aus Westen ankommenden Luftmassen und Niederschläge aus. So wird auch im Moseltal der Wind abgelenkt, was auf die Temperaturen eine positive Wirkung hat. Beim Hochwasser ist hingegen auch künftig mit keiner Ablenkung zu rechnen. "Das wird Thema bleiben", stellt Licht mit Blick auf die zunehmenden Niederschläge im Winter, aber auch den Faktor Mensch, fest. Von den zutage getretenen regionalen Unterschieden war Licht mitunter selbst überrascht: "Das fand ich schon spannend, dass man nicht die ganze Region über einen Kamm scheren kann." Die Spezialisierung auf dem Gebiet der Klimatologie hat sich für die aus Düsseldorf stammende Geografin, die am liebsten alles studiert hätte, eher zufällig durch einen überzeugenden Professor ergeben. "Da bin ich irgendwie hängen geblieben", erinnert sie sich an ihren Studienstart.. Eine Entscheidung, die sie jedoch nicht bereut hat, obwohl die Berufschancen für die seit November arbeitslose Geografin nicht rosig sind. Die Ungewissheit ihres künftigen Wirkungskreises ist daher auch der Grund, warum Katharina Licht trotz der positiven Resonanz auf ihre bisherigen Wetter-Seminare im Hunsrückhaus keine weiteren anbieten kann.