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Fastnacht
Mit Alemannen in die Fastnacht

Der Hejel-Express fährt auch am Wochenende durch Gonzerath: Am Freitag feiert der Karnevalsverein sein 55-jähriges Bestehen mit einer Kappensitzung, am Samstag ab 16.11 Uhr mit einem Umzug.
Der Hejel-Express fährt auch am Wochenende durch Gonzerath: Am Freitag feiert der Karnevalsverein sein 55-jähriges Bestehen mit einer Kappensitzung, am Samstag ab 16.11 Uhr mit einem Umzug. FOTO: TV / Sascha Reitz
Gonzerath. Den Gonzerathern steht ein närrisches Wochenende bevor, und das im Sommer. Anlass ist das 55-jährige Bestehen des Karnevalvereins, das mit Gästen aus der Ferne und vielen Freunden gefeiert wird.

Wer einmal in Gonzerath Fastnacht gefeiert hat, der weiß: Der 1200 Einwohner zählende Ort in der Einheitsgemeinde ist eine Fastnachtshochburg. Und das erfahren die Karnevalsfreunde in diesem Jahr gleich zweimal. Denn der Gonzerather Karnevalsverein (GKV) wird fünf mal elf Jahre alt. Und das Jubiläum feiern die Hejele, wie sie sich selbst nennen, mit einem kompletten Fastnachtswochenende. „Am Freitag, 15. Juni, haben wir eine Kappensitzung, am Samstagnachmittag einen Umzug“, sagt Frank Friedhofen, Sitzungspräsident des GKV. Friedhofen rechnet für die Jubiläumssitzung mit einer vollen Schackberghalle. „Das Interesse ist riesengroß“, sagt er. Sieben Karnevalsvereine aus der näheren Umgebung hätten ihr Kommen angekündigt, genauso wie Landrat Gregor Eibes, der die Schirmherrschaft über die Jubiläumsveranstaltung übernommen hat.

Zur Kappensitzung haben sich bisher Akteure für 18 Programmpunkte angesagt. „Alles sind neue Vorträge“, betont der Sitzungspräsident. Denn seit Aschermittwoch sei ja viel passiert, was der Ausscheller und der Hejel, auf die Schippe nehmen könnten. Die beiden Figuren berichten traditionell über das Dorfgeschehen. Unter den Büttenrednern seien drei Nachwuchsakteure, die das erste Mal auf der großen Bühne stehen, sagt Friedhofen. Lediglich bei einzelnen Tänzen könne es Wiederholungen geben. Zudem würden mehrere Gonzerather Hejele, ein anderer Ausdruck für Narren, für 25 Jahre aktive Fastnacht geehrt.

Für den Umzug, der den üblichen Weg vom Oberdorf bis zur Alten Schule nimmt, wo er sich auflöst, haben sich mit rund 600 Aktiven bisher mehr Teilnehmer gemeldet als für den Dienstagsumzug am Karnevalswochenende. „Wir wollen die 30 Zugnummern voll bekommen“, sagt Friedhofen. Man habe die Zugteilnehmer von Februar gebeten, ihre Wagen nicht abzubauen, sondern erneut beim Jubiläumsumzug teilzunehmen.

Die weiteste Anreise nach Gonzerath haben Karnevalisten aus dem Schwarzwald: Die Aktiven der Narrenzunft Wolfsteufel Waldkirch-Kollnau aus der Nähe von Freiburg bringen einen Hauch alemannischer Fastnacht in den Hunsrück.

Ursprünglich war der Start des Umzuges auf 14.11 Uhr terminiert, doch man habe sich für einen späteren Start um 16.11 Uhr entschieden, sagt Rosi Walter, seit drei Jahren Vorsitzende des GKV. „Viele arbeiten noch vormittags“, sagt sie.

Die Hejele sind eine große Gemeinschaft im Gonzerather Vereinsleben: 300 Mitglieder haben die  Karnevalisten. „90 Kinder sind bei der Kinderkappensitzung dabei“, sagt Friedhofen. Bei einem Jubiläum erinnern sich die Hejele auch an Anekdoten aus der Vergangenheit. So sei bereits vor rund 45 Jahren im Saale Schimper, wo die Hejele einst ihre Kappensitzungen gefeiert hätten, die Vorträge per Livestream auf die Fernseher im Gastraum übertragen worden, weil der Saal nicht genug Leute gefasst habe. Nach dem Umzug in die alte Schule (Walter: „So eng wie es da war, so schön war es auch“) sei man in die Schackberghalle gewechselt. Dort findet am Samstag  auch die Abschlussparty mit der Band Roxx statt.