| 21:12 Uhr

Die Flüchtlinge sind da, die Helfer auch: Kirchengemeinden bilden im Hunsrück und an der Mosel ein Netzwerk

Vier junge Männer aus Pakistan sind ebenfalls beim Infoabend dabei. Von links nach rechts: Khan Muhammad Daniyal, Muhammad jabar Sajjad, Muhammad Faisal, Abdul Wahhed, daneben Wolfgang Berg und Pastoralreferentin Gerlinde Paulus-Linn. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Vier junge Männer aus Pakistan sind ebenfalls beim Infoabend dabei. Von links nach rechts: Khan Muhammad Daniyal, Muhammad jabar Sajjad, Muhammad Faisal, Abdul Wahhed, daneben Wolfgang Berg und Pastoralreferentin Gerlinde Paulus-Linn. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Morbach/Monzelfeld. Menschen aus den katholischen Pfarreien Morbach und Monzelfeld und der evangelischen Kirchengemeinde Thalfang-Morbach wollen künftig Flüchtlingen helfen. Deren drängendste Probleme sind das Lernen der deutschen Sprache und die Mobilität. Christoph Strouvelle

Etwa 40 Asylsuchende aus Syrien, Pakistan, Serbien, afrikanischen Ländern und Kaukasusstaaten leben in der Einheitsgemeinde Morbach. "Die Pfarreiengemeinschaften Morbach und Monzelfeld sowie die evangelische Kirchengemeinde Thalfang-Morbach haben sich das Ziel gesetzt, die in der Gemeinde lebenden Asylanten vor allem beim Lernen der deutschen Sprache zu unterstützen", schreibt Karla Merten, stellvertretende Vorsitzende des Pfarreienrats Morbach, in einem Einladungsbrief.

Mehr als 50 Interessierte sind in die evangelische Kirche in Morbach gekommen, wo sie von Pastoralreferent Tomek Welke vom Dekanat Bernkastel über die Situation der Flüchtlinge informiert worden sind. Die größten Herausforderungen sind neben der Sprache die medizinische Versorgung und die Mobilität, denn die Menschen sind auf verschiedene Orte verteilt. "Die Flüchtlinge haben bis zu ihrer Anerkennung als Asylanten, was mehrere Jahre dauern kann, keinen Anspruch auf Deutschunterricht. Es könnte ja sein, dass sie wieder abgeschoben werden", sagt Welke.Anlaufstelle geplant



Wichtig sei eine Anlaufstelle, wo die Flüchtlinge Informationen bekommen, sagt Khan Muhammad Daniyal. Er ist der Einzige von vier erschienenen pakistanischen Flüchtlingen, der sich in Deutsch verständigen kann.

An Lösungsansätzen fehlt es nicht. Der Morbacher Roman Knichel berichtet von einem Flüchtlingscafé in Büchenbeuren und schlägt ein Netzwerk vor: "Wir haben bei einer Aktion bereits Geld für Flüchtlinge in Morbach gesammelt, und keiner kann uns sagen, wo wir das hinbringen können." Sabine Brödner, Ehefrau des evangelischen Pfarrers Florian Brödner, regt an, die Menschen auf der Straße einfach anzusprechen. "Viele von ihnen sind unsicher", hat sie festgestellt. "Auch die ehrenamtlichen Helfer brauchen eine Anlaufstelle, die die Aktivitäten steuert", sagt der Morbacher Pastor Michael Jakob. Er erklärt sich bereit, die für die Anlaufstelle benötigten Räume zunächst zur Verfügung zu stellen. Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal habe ihm seine moralische Unterstützung zugesagt.

Hackethal sagt auf Nachfrage, die Gemeinde schaffe es, fast 50 Flüchtlinge unterzubringen und zu unterstützen. Petra Eibes aus Gutenthal und Georg Gröber aus Morbach haben sich als Koordinatoren für die Flüchtlingshilfe bereit erklärt. Das nächste Treffen ist am Donnerstag, 19. Februar, 19.30 Uhr, im Morbacher Pfarrheim. Bis dahin sollten sich alle überlegen, wie sie sich einbringen wollen, sagt Welke: "Flüchtlingshilfe ist kein leichtes Brot, macht aber Spaß."Extra

Besucher des Abends haben offizielle Vertreter aus Politik und Verwaltung vermisst. Anwesend war Brigitte Heintel, aber nicht als Morbacher Gemeinderats-Mitglied oder Beigeordnete sondern als Vorsitzende der Morbacher Arbeiterwohlfahrt, sagt sie. cst