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Projekt
Mitfahrerbänke in Bernkastel-Kues und Morbach können bald genutzt werden

In Merscheid ist schon was los. Bürgermeister Andreas Hackethal (vorne links) und Ortsvorsteher Bernd Flesch (vorne rechts)  mit den ersten Begutachtern der Mitfahrerbank.
In Merscheid ist schon was los. Bürgermeister Andreas Hackethal (vorne links) und Ortsvorsteher Bernd Flesch (vorne rechts)  mit den ersten Begutachtern der Mitfahrerbank. FOTO: Beckmann Clemens
Bernkastel-Kues/Morbach. Das Gemeinschaftsprojekt zwischen der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und der Einheitsgemeinde Morbach steht vor der Vollendung. Die 56 Bänke sind ausgeliefert worden. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Bitte nicht wundern, wenn ab nächster Woche in den Orten der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und der Einheitsgemeinde Morbach ein neues optisches Element Einzug hält: Mitfahrerbänke. In diesen Tagen werden sie in die Gemeinden ausgeliefert: 36 in die VG Bernkastel-Kues, 20 in die EG Morbach.

Dort werden die Sitzmöbel nebst einem Gestänge im Boden verankert. Und wenn dann noch die Schilder an der Stange Platz gefunden haben, kann es losgehen.

Das einfache System: Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, setzt sich auf die Bank und wählt mit einem Schild, in welche Richtung er mitgenommen werden möchte. In der VG Bernkastel-Kues wird es fünf Richtungen geben: Bernkastel-Kues, Wittlich, Neumagen-Dhron, Traben-Trarbach und Hunsrück.

In der EG Morbach sieht das etwas anders aus. Morbach ist immer in der Auswahl. Das zweite Fahrziel bestimmen die jeweiligen Ortsbeiräte je nach Bedarf. In Gonzerath wird das, so Bürgermeister Andreas Hackethal Bernkastel-Kues sein, in Merscheid beispielsweise wird Haag als zweites Fahrziel auf einem Schild angegeben. Inwieweit damit den Bedürfnissen der potenziellen Mitfahrer Rechnung getragen wird, müssen die ersten Erfahrungen zeigen, sagen Andreas Hackethal und Leo Wächter, der hauptamtliche Beigeordnete der VG Bernkastel-Kues. Die beiden Kommunen deklarieren das Werk als Gemeinschaftsprojekt und wichtiges Produkt der interkommunalen Zusammenarbeit. „Es ist ein weiterer Mosaikstein bei der Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“, betonen die beiden.

Mit dem Seniorenbus, der seit September 2017 jeweils zwei Tage pro Woche an der Mittelmosel und im Hunsrück unterwegs ist, ist in dieser Hinsicht bereits ein Anfang gemacht worden. Bei diesem Projekt ist auch das Deutsche Rote Kreuz beteiligt, das den Bus und den Fahrer zur Verfügung stellt.

Bei den Mitfahrerbänken ist das DRK-Sozialwerk involviert. Sie wurden in der Schreinerei beziehungsweise Schlosserei auf dem Kueser Plateau hergestellt. Pro Stück zahlen die Auftraggeber jeweils etwa 600 Euro. Bei der Finanzierung gibt es einen Unterschied. In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues hat sich darum die Bürgerstiftung gekümmert, die seit 2016 unter neuer Führung steht. „Unser Anteil ist komplett durch Spenden von Firmen und Privatleuten finanziert worden“, erläutert Vorsitzender Johannes Schäfer. Das sind immerhin etwa 20 000 Euro. Bei Bedarf könne dieses Engagement auch noch ausgeweitet werden, sagt er.

In Morbach teilen sich Einheitsgemeinde und Ortsbezirke die Summe. Bei den Ortsbezirken kann dies auch durch Spenden geschehen. In Merscheid war das so. „Als wir das Projekt beim Seniorennachmittag vorgestellt haben, kam ein Mann und hat gesagt, dass er spenden will“, sagt Ortsvorsteher Bernd Flesch.

Dort wo die Mitfahrerbank in Zukunft stehen soll, hatte bereits eine Bank ihren Platz. „Auf ihr saßen auch schon mal Leute, um mitgenommen zu werden“, sagt Fleschs Stellvertreterin Roswitha Bernard. Mit den neuen Bänken kann diese Absicht in den beiden Kommunen noch besser dokumentiert werden.

Es ist auch daran gedacht, dass der Seniorenbus bei seinen Touren an den Mitfahrerbänken des Orts vorbeifährt, wo er Leute abholt. Voraussetzung: Es sind noch Plätze frei.