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Nationalpark
Die Schönheiten der Natur einfangen

 Konrad Funk zeigt sein Fotobuch über den Nationalpark.
Konrad Funk zeigt sein Fotobuch über den Nationalpark. FOTO: Christoph Strouvelle
Hilscheid/Birkenfeld. Konrad Funk ist bei der Vermarktung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald mit seinen Fotos allgegenwärtig. Für sein Hobby braucht er neben der richtigen Ausrüstung oft viel Geduld. Von Christoph Strouvelle

Bäume, durch die die Sonne scheint, ein Fischadler mit einer Forelle in seinen Fängen, ein Distelfalter, der auf einer Blüte nach Nektar sucht: Wer die Fotos von Konrad Funk sieht, kommt oft aus dem Staunen nicht mehr heraus. So detailgetreu, so präzise sind die Bilder, die der 60-Jährige produziert. Dabei kann Funk Hobby und Beruf miteinander verbinden.

Denn der ehemalige Förster des Reviers Nohfelden im Saarland ist bei der Gründung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald in das Team gewechselt, das den Nationalpark aufbaut. Seine Aufgaben sind die Umweltbildung und das Wildtiermanagement. „Es ist mir ein Anliegen, den Menschen die Natur näher zu bringen“, sagt er. Das macht er, indem er die Menschen mit seinen Bildern für die Schönheit der einheimischen Natur begeistert.

Gerade der Nationalpark habe dabei viel zu bieten, sagt er. Bei seinen Aufenthalten beobachtet Funk die Natur aufmerksam und sammelt Eindrücke. Sieht er an einer Stelle im Wald mehrfach etwas Interessantes, beispielsweise einen Specht, rückt er einige Tage später mit Kamera, Stativ und eventuell weiterem Equipment wie einem Tarnzelt an, um sich vor scheuen Tieren zu verbergen. Nicht ohne sich vorher Gedanken zu machen. „Fotos entstehen im Kopf“, sagt er.

Wann ist die beste Tageszeit, wie das beste Licht, um das gewünschte Foto zu gestalten? Und wann kann man bestimmte Tiere am besten antreffen? „Man muss sich mit den Lebensweisen und Lebensräumen der entsprechenden Tiere befassen und braucht viel Zeit und Geduld.“ Es könne mitunter ein Jahr dauern, bis es zu ersten Bildern kommt. Wie bei den Fotos von einer Wasseramsel, die ihre Nahrung in fließenden klaren Gewässern sucht und die man nicht durch Futter anlocken kann.

Mehr als 20 externe Festplatten und drei Laptops sind inzwischen voll mit digitalen Fotos vom Nationalpark und weiteren Landschaften, die er in seinen Urlauben auf Fotos festhält, sagt er. Wie viele Bilder sind es insgesamt? „Das kann ich nicht sagen“, meint Funk.

Seine Fotos sind wertvoll für die Vermarktung des Nationalparks. Zahlreiche Bilder von ihm sind in der Dauerausstellung im Hunsrückhaus verwendet worden. Und auch für Flyer, und Plakate greift die Nationalparkverwaltung gerne auf seine Bilder zurück. „Konrad Funk und seine Fotos sind für den Nationalpark und das Marketing sehr wichtig“, sagt Guido Lotz, Sprecher des Nationalparkamts. Funk verstehe es, die Schönheiten der unterschiedlichen Landschaften gekonnt in den Fokus zu rücken und die Stimmungen der Tages- und Jahreszeiten einzufangen, sagt er. Diese emotionalen Fotos des Nationalparks sprächen die Menschen an. „Von daher sind seine Tier- und Landschaftsaufnahmen wichtige Botschafter für den noch jungen Nationalpark“, sagt Lotz.

„Meine Eltern haben mir die Augen für die Natur geöffnet“, sagt Funk. Bereits in der Schule hat er mit Unterstützung seiner Mutter beim Wettbewerb „Jugend forscht“ die verschiedenen Entwicklungen des Seidenspinners mittels einer Fotodokumentation festgehalten, von der Raupe bis zum geschlüpften Schmetterling. „Fotografieren ist so spannend wie ein Krimi“, sagt er. Als Fotograf beobachte man die Natur viel bewusster. „Man verweilt länger an einem Objekt. Sonst geht man oberflächlich hinweg“, sagt Funk.

Mit seinen Bildern will er den Besuchern des Nationalparks die Natur näherbringen  und zum genauen Hinschauen motivieren. „Dann habe ich schon viel erreicht“, sagt er. Hat der Förster in Diensten des Nationalparks keine Angst, dass ihm irgendwann die Motive ausgehen? Offensichtlich nicht: „Ein Leben reicht nicht aus, um hier alles zu fotografieren.“