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Finanzen
Fünf Prozent Dividende für Bank-Genossen

Morbach. Die VR-Bank Hunsrück-Mosel hat vor 282 erschienenen Mitgliedern ihre Ergebnisse für 2017 vorgelegt. Vorstandsmitglied Markus Bäumler hat die Rolle der Genossenschaftsbanken hervorgehoben. Von Christoph Strouvelle

Gute Geschäfte in einem schwierigen Umfeld: Das ist die Essenz der VR-Bank Hunsrück-Mosel für das Geschäftsjahr 2017. „Es hat uns in manchen Punkten positiv überrascht“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Born bei der Vorstellung der Zahlen für das vergangene Jahr. Das wichtigste für die Mitglieder: Die Dividende beträgt fünf Prozent und ist damit genauso hoch wie im Vorjahr.

Die Bilanzsumme ist um 1,4 Prozent auf 355,2 Millionen Euro gestiegen, bereinigt um Sondereffekte im vorangegangenen Jahr sogar um 2,9 Prozent, sagt Born. Das Kundenanlagevolumen ist um 18,8 Millionen Euro auf 475, 8 Millionen Euro gestiegen. Die Kundenkredite seien lediglich um 0,2 Prozent gestiegen, damit habe die Bank ihre Ziele nicht erreicht, sagt Born. Privatkunden fragten nicht mehr so stark nach Krediten, um damit ihre Wohnungen zu renovieren und zu modernisieren, Geschäftskunden könnten ihre Investitionen aus eigener Liquidität finanzieren. Bei der Gewinn- und Verlustrechnung gibt es eine positive Überraschung bei den Zinsüberschüssen. Diese seien 2017 um 1,1 Prozent gestiegen, während man vorher von einem Rückgang in Höhe von 7 Prozent ausgegangen sei. „Die ersten vorsichtigen Hochrechnungen für 2018 zeigen aber, dass wir im laufenden Geschäftsjahr doch mit einem Rückgang des Zinsüberschusses rechnen müssen“, sagt Born.  

Vorstandsmitglied Markus Bäumler ist zuvor auf die allgemeine Situation der Banken nach der Finanzkrise 2008 eingegangen. Deutschland habe die Krise aufgrund seiner Bankenstruktur wesentlich besser gemeistert als andere Länder. „Das ist ganz entscheidend den Volksbanken und Raiffeisenbanken zu verdanken“, sagt er. Diese hätten auf komplexe und Risiko verschleiernde Finanzprodukte verzichtet. „Wir als genossenschaftliche Regionalbank konzentrieren uns auf das klassische, simple Kreditgeschäft mit mittelständischen Firmenkunden und Privatpersonen“, sagt er. Dabei spiele der genossenschaftliche Auftrag eine Rolle. „Diese Grundidee des genossenschaftlichen Denkens ist heute zeitgemäßer denn je“, sagt Bäumler und erinnert an die genossenschaftlichen Gründerväter Wilhelm Raiffeisen, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, sowie Hermann Schulze-Delitzsch.

Zudem pflege man enge Kontakte mit seinen Kunden und schaffe Nutzen, indem man diejenigen mit Krediten unterstützt, die zu einer gesunden regionalen Wirtschaft beitragen, sagt Bäumler. Trotzdem leiden gerade die kleinen Banken unter der Regulatorik, die sie kaum erfüllen könnten und deshalb fusionieren müssten. „Wir brauchen regulatorische Erleichterungen speziell für kleinere, solide, regionale Banken“, fordert der Vorstand der VR-Bank Hunsrück-Mosel.

Die 282 Mitglieder haben die Berichte des Vorstands und des Aufsichtsrats ohne Gegenstimme gebilligt. Eine Neuerung gibt es im Aufsichtsrat des Instituts, denn dieser wird mit Kai Lukas aus dem Geschäftsbereich Thalfang um ein Mitglied aufgestockt. Der Grund: 2019 scheiden mit Reinhard Georg und Herbert Gerstel zwei Personen aus dem Gremium aus. Um dann nicht zwei neue Mitglieder gleichzeitig einarbeiten zu müssen, habe man sich entschieden, für ein Jahr den Aufsichtsrat zu erweitern, sagt Aufsichtsratschef Reinhard Georg. Im kommenden Jahr soll dieser dann wieder auf sieben Mitglieder reduziert werden. Horst Sauer aus dem Geschäftsbereich Veldenz ist ohne Gegenstimme wieder in den Aufsichtsrat gewählt worden.

Vorstandsmitglied Markus Bäumler erläutert bei der Generalversammlung der VR-Bank Hunsrück-Mosel den Geschäftsbericht.
Vorstandsmitglied Markus Bäumler erläutert bei der Generalversammlung der VR-Bank Hunsrück-Mosel den Geschäftsbericht. FOTO: Christoph Strouvelle