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Dorfentwickluing
Mehr grüne Energie im Hunsrück

Gielert will sich nach dem Abriss maroder Bausubstanz von innen heraus erneuern.
Gielert will sich nach dem Abriss maroder Bausubstanz von innen heraus erneuern. FOTO: Herbert Thormeyer / TV
TV-Serie: Was läuft in den Dörfern? Berglicht und Gielert haben unterschiedliche Wünsche. Von Herbert Thormeyer

Stolz ist der Berglichter Ortsbürgermeister Gerhard Oberweis darauf, wie gut die Ortsvereine die Frühlingswanderung in diesem Jahr gemeistert haben, aber auch darauf, dass es dank zweier neuen Windräder finanziell endlich bergauf geht: „Die bringen uns einen ausgeglichenen Haushalt.“

Oberweis verbindet damit einen starken Wunsch: „Mein Appell geht an die Politik, darauf hinzuwirken, dass endlich die Atomkraftwerke in Cattenom und in Belgien abgeschaltet werden.“ Hierzulande baue man Windräder und die Nachbarn produzieren weiter Atomstrom, lautet seine Kritik.

Für 2018 hat Berglicht den Ausbau der Innerortsstraße Moorweg angepeilt. „Die Kosten dafür sind noch unklar. Aber die Anlieger werden rechtzeitig informiert“, verspricht der Ortschef.

Bei den Baugrundstücken sind nur noch zwei Flächen von der Gemeinde zu haben. Man kann also noch Berglichter werden. Es gibt wenig Leerstand, und das auch eher am Ortsrand. Beim Thema Kommunalreform legt man in Berglicht zunächst Wert auf die weitere Selbständigkeit und tendiert dann erst zur  Verbandsgemeinde Bernkastel. „Da kommt es jetzt auf die Landesregierung an“, sagt Oberweis. Plan B wäre Schweich.

Sehr zufrieden ist der Ortsbürgermeister mit dem dörflichen Leben, mit der Frauengemeinschaft, die alle zwei Monate Seniorentreffen organisieren, dem Getränkeladen, der auch nach Hause liefert und ganz allgemein mit der gut funktionierenden Nachbarschaftshilfe.

„Auch beim schnellen Internet haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, weist Oberweis hin und nennt eine Übertragungsrate von bis zu 50 Mbit pro Sekunde als richtig guten Wert.

Die Web-Präsenz liegt in Gielert noch im Dornröschenschlaf. Es gibt keine eigene Internetseite. „Besser keine als eine vernachlässigte Seite wie bei manch anderem Dorf“, findet Ortsbürgermeister Friedel Hagenburger. Er sei dafür auch nicht der Experte.

Was hingegen gut zu klappen scheint ist die Erneuerung des Dorfkerns nach dem Abriss eines alten Hauses. 75 Prozent Zuschuss oder 65 000 Euro gab es als Höchstförderung für die Ortskern-Inwertsetzung, wie das im Amtsdeutsch heißt, in historischem Umfeld von Kelterhaus, Brunnen und Glockenturm.

Die Generationen sollen sich künftig hier begegnen und sich fit halten. Auch eine Behindertentoilette soll gebaut werden. Klar, dass da Eigenleistung nötig sein wird. Ein Pavillon wird gebaut mit Infotafeln zur Dorfgeschichte. Und ein Grillplatz kommt dazu. Historische Hausnamen sollen die örtliche Geschichte bewahren helfen. Bei der Windkraft hat Gielert Aussicht auf zwei Windräder, einmal im Zweckverband der zwölf Gemeinden und einmal auf eigener Fläche.

„Damit würden unsere Finanzen endlich einen Schub bekommen“, hofft Hagenburger. Wichtig wäre das für dringende Unterhaltungsmaßnahmen und Renovierungen, beispielsweise am Gemeindehaus mit der Heizung und Nässeschäden unterm Dach. Bei der Gebietsreform spricht sich Gielert klar für Morbach aus.