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Ein Ort, an dem sich die Kleinsten wohlfühlen sollen

Architekt Jürgen Jakobs und Bürgermeister Andreas Hackethal übergeben den Kindern den Schlüssel für den neuen Kindergarten. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Architekt Jürgen Jakobs und Bürgermeister Andreas Hackethal übergeben den Kindern den Schlüssel für den neuen Kindergarten. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Morbach. Die 2,4 Millionen teure Morbacher Kindertagsstätte Auf der Huhf ist eingeweiht worden. Auf 600 Quadratmetern können bis zu 55 Jungen und Mädchen betreut werden, darunter auch Kinder ab einem Jahr sowie fünf Kinder mit Beeinträchtigungen. Christoph Strouvelle

Morbach. Jeder Mensch ist anders, und das ist gut so. Das ist die Kernaussage, die sich durch die offizielle Eröffnung der Kindertagesstätte in Morbach Auf der Huhf gezogen hat. "Verschiedenheit ist für uns Normalität", nennt Leiterin Monika Petry den Leitgedanken der neuen Einrichtung. Denn sie bietet nicht nur Platz für 55 Jungen und Mädchen im Alter von ein bis sechs Jahren, sondern auch für fünf Kinder mit Beeinträchtigungen, die in den normalen Ablauf des Kindergartens integriert werden können.
"Alle fünf integrative Plätze sind belegt", sagt Petry. Insgesamt 52 Kinder besuchen die Einrichtung. 15 Plätze sind für Kinder vorgesehen, die jünger sind als drei Jahre. 24 Plätze sind Ganztagsplätze. Tatsächlich ist der Kindergarten bereits seit Sommer 2013 in Betrieb und beherbergte bis Februar 2014 neben dem eigenen Nachwuchs auch noch die den Morbacher Kindergartens Schulstraße, da dieser umfassend neu gestaltet worden ist. Bis zu 100 Kinder haben sich während dieser Zeit in den Räumen Auf der Huhf aufgehalten.
Tatsächlich macht die neue Tagesstätte auf die zahlreichen Besucher, die zur Einweihung gekommen sind, einen freundlichen und großzügigen Eindruck. "Wenn man hier reinkommt, geht einem direkt das Herz auf, hier kann man sich wohlfühlen", sagt Landrat Gregor Eibes bei seiner Ansprache. Drei Gruppenräume stehen den Jungen und Mädchen sowie den sieben Erziehern und der Kinderkrankenschwester, die die Kleinen betreuen, zur Verfügung. Auf der 600 Quadratmeter großen Fläche finden sich weiterhin ein Sprachraum und ein Musikraum, Kreativ, Spiel- und Bastelräume, ein Lesezimmer, Ruheräume, Wickelstuben sowie eine Küche. "Denn in der Kita Auf der Huhf wird wie in allen Morbacher Kindergärten frisch gekocht," sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Außerdem können die Kinder aus allen Räumen auch nach draußen gelangen.
Ein weiteres Merkmal, auf das Hackethal sichtlich stolz ist: Der Kindergarten ist in Brettsperrholzbauweise errichtet worden. "Diese Bauweise ist nicht alltäglich", sagt er. Das Brettsperrholz wird von dem Morbacher Unternehmen Eugen Decker produziert.
Für Hackethal ist der Bau einer Kindertagesstätte nicht trotz, sondern wegen der demografischen Entwicklung sinnvoll. "Eltern sollen sich nicht zwischen Beruf und dem Nachwuchs entscheiden müssen, sondern beides miteinander vereinbaren können", sagt er. Junge Familien würden so passende Rahmenbedingungen vorfinden.
2,4 Millionen Euro hat der neue Kindergarten gekostet. Das Land fördert die neue Einrichtung mit 488 000 Euro, was Landrat Eibes zu Kritik an Bund und Land veranlasst. "Die kommunale Familie aus Gemeinde und Kreis muss 80 Prozent der Baukosten tragen, dazu kommen der Unterhalt und die Personalkosten", sagt er. Der Kreis selbst steuert 371 000 Euro zu den Baukosten bei, von denen aber 187 000 Euro noch vom Jugendhilfeausschuss genehmigt werden müssen.
Der Landrat plädiert dafür, die Trägerschaft der Kindertagesstätten von den Ortsgemeinden auf die Verbandsgemeinden zu übertragen. Eibes: "Die Kosten für die Kindergärten sind von Ortsgemeinden nicht mehr zu bewältigen."