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Ein Riesenschritt nach vorne

Unter einem Dach: Ein landesweites Netzwerk für ihre Interessen haben Jugendliche aus Kaiserslautern, Haßloch, Pluwig, Bernkastel-Kues und Morbach aus der Taufe gehoben. TV-Foto: Ursula Schmieder
Unter einem Dach: Ein landesweites Netzwerk für ihre Interessen haben Jugendliche aus Kaiserslautern, Haßloch, Pluwig, Bernkastel-Kues und Morbach aus der Taufe gehoben. TV-Foto: Ursula Schmieder
Initiiert vom Morbacher Jugendparlament hat sich in der Hunsrückgemeinde ein Dachverband rheinland-pfälzischer Jugendvertretungen gegründet. Die Gründer, junge Leute aus Kaiserslautern, Haßloch, Pluwig, Bernkastel-Kues und Morbach, wollen möglichst viele Jugendvertretungen dafür begeistern.

Morbach. (urs) "Wir haben den Gründungsbaustein gelegt", freut sich Julia Begass, Vorsitzende des Morbacher Jugendparlaments (Jupa). Die gemeinsame Absichtserklärung, in Rheinland-Pfalz einen Dachverband für Jugendvertretungen ins Leben zu rufen, sei dokumentiert mit Namen, Adressen und Unterschriften der Beteiligten. Nun gelte es für zwei weitere Treffen am 17. April in Haßloch und 21. August in Kaiserslautern viele Jugendvertretungen zu begeistern. Der Einladung zu dem Gründungstreffen in Morbach (der TV berichtete) waren vier weitere Jugendvertretungen aus Kaiserslautern, Haßloch, Pluwig und Bernkastel-Kues gefolgt.

Wichtigstes Ziel ist für Begass mehr Kommunikation. "Man kann sich besser austauschen und von den Ideen anderer profitieren." Außerdem könnten sie nur gemeinsam etwas bewirken. Sie denkt dabei etwa an das Einfordern allgemeiner Rechte für Jugendvertretungen, die Realisierung politischer Projekte oder Jugend-Initiativen wie "Hände gegen Rechts". "Rote Flecken", jugendvertretungsfreie Orte in Rheinland-Pfalz, sollen verschwinden.

Michael Kling, Vorsitzender des Jugendgemeinderats Haßloch, hofft auf bessere Kommunikation und gegenseitige Unterstützung sowie auf mehr Engagement "gegen Rechts". Vor allem aber dürfe das Dachverbands-Engagement nicht wieder "einschlafen", sondern es sollte in "zukunftsorientiertem Handeln" münden: "Gedacht wird viel - aber gemacht wird wenig."

Zora Tischer, Vorsitzende der Jugendvertretung Kaiserslautern, hat bewiesen, dass es anders geht: "Wir haben zwei Demonstrationen gegen Naziaufmärsche mitorganisiert." Wünschenswert sei eine feste Struktur für Jugendvertretungen, für die es derzeit unterschiedliche Satzungen und längst nicht generell ein Budget gebe.

Davon profitieren könnten Jugendliche der Verbandsgemeinde Ruwer. Dennis Berens und Stefanie Jakobs, seit 5. Januar Jugendvertreter in Pluwig, wollen sich dafür einsetzen, dass alle Ruwer-Orte - und nicht wie bisher nur Farschweiler - nachziehen. Was sie bestärkt, ist die Unterstützung der Gemeinde. Dennis hofft auf mehr Möglichkeiten für Jugendliche und eine bessere Förderung: "Jugend ist Zukunft".

Sven Eisenkrämer, Jupa-Vorsitzender Bernkastel-Kues, stuft aber schon das Gründungstreffen als "Superschritt nach vorne" ein. Seit Jahren habe es Überlegungen für eine landesweite Vernetzung gegeben, was bislang aber nie angepackt worden sei. Bewogen zu der basisgesteuerten Initiative hätten regelmäßige "Landestreffen der kommunalen Jugendvertretungen" des Ministeriums, an denen stets 20 bis 30 Vertretungen teilnahmen.