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Eine Spende für die Pflege der Wege

Die Plakette „Wandercent“ an den Schildern der Traumfschleifen weist auf die Aktion hin. Foto: Franziska Fleckser/Tourist-Info Morbach
Die Plakette „Wandercent“ an den Schildern der Traumfschleifen weist auf die Aktion hin. Foto: Franziska Fleckser/Tourist-Info Morbach FOTO: (m_huns )
Thalfang/Morbach/Hermeskeil/Kell/Saarburg. Wanderfreunde starten ein Projekt zum Erhalt der Traumschleifen. Infoschilder an den Premium-Wanderwegen weisen auf die Möglichkeit hin, Geld zu spenden. Bis zu 500 Euro pro Kilometer sind im Jahr nötig, um die Strecken auf hohem Niveau zu halten. Das Projekt soll auf andere Premiumwege wie den Moselsteig ausgeweitet werden.

Thalfang/Morbach/Hermeskeil/Kell/Saarburg. "Wir sind ein Freundeskreis und wandern gern", sagt Uwe Thein vom neu gegründeten Verein "Wandercent - Förderverein für heimatnahe Wanderwege".
Besonders gern wandern der Trierer Filmproduzent und seine Freunde auf den Traumschleifen. Das sind ausgebaute Premiumwanderwege im Naturpark Saar-Hunsrück. Diese aufwendig ausgeschilderten Wege führen durch abwechslungsreiche Landschaften mit besonderen Eigenschaften und sind bei vielen Wanderern beliebt.
Durch eine umfangreiche Ausschilderung lassen sie sich bequem, ohne Karte und Kompass erwandern. "Aber was ist, wenn die Fördermittel für diese Wanderwege auslaufen? Es wäre doch schlimm, wenn diese schönen Wege eines Tages nicht mehr in Schuss sind", sagt Thein. Und so hatten er und seine Wanderfreunde die Idee, einen Förderverein für die Traumschleifen des Naturparks zu gründen.
Hinweisschilder weisen die Wanderer auf die Möglichkeit hin, einen "Wandercent" zu spenden. Wie das funktioniert? "Mit einer Charity-SMS können Wanderer mit dem Handy einen kleinen Betrag über ihre Mobilfunkrechnung spenden. Außerdem kann man auch über sein PayPal-Konto Geld überweisen", sagt Thein.
Die Spenden werden dabei direkt an die für den jeweiligen Wanderweg zuständigen Gemeinden geschickt. "Wenn jemandem ein Wanderweg gefällt, soll er sofort spenden können - ohne Umwege und auch speziell für den jeweiligen Wanderweg. Es geht uns vor allem um die Nachhaltigkeit. Jammern kann jeder - so aber kann jeder mit ein paar Euro etwas Nachhaltiges bewirken", erläutert Thein das Konzept.
Um für einen speziellen Wanderweg zu spenden, muss dabei eine entsprechende Kennziffer eingegeben werden. Inzwischen sind die insgesamt 111 Traumschleifen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Luxemburg mit Hinweisschildern ausgestattet. "Uns ist es wichtig, Traumschleifen als Standortfaktor zu erhalten", sagt Thein.
Doch bei den Traumschleifen soll es nicht bleiben. Thein sagte: "Wir wollen die Idee des Wandercents ausweiten auf andere Premiumwege wie den Moselsteig. Bundesweit sei die Idee interessant. Es gebe auch schon eine Nachfrage eines Vereins aus Franken.
Achim Laub, Leiter des Projektbüros des Saar-Hunsrück-Steigs in Losheim (Saarland), kann die Spenden gut gebrauchen. "Ein Wanderweg kann bis zu 500 Euro pro Kilometer im Jahr kosten", sagt Laub.
Die Höhe der Kosten variiere jedoch stark. "Manche Wege sind mit Kletterhilfen ausgestattet oder benötigen Brücken", erklärt der Projektleiter die Kostenunterschiede. Außerdem werde das in den einzelnen Kommunen unterschiedlich abgerechnet: "Manchmal übernimmt der Bauhof die Instandhaltungsarbeiten, manchmal machen das Ehrenamtliche. Alleine eine Ruhebank kostet bis zu 1000 Euro. Und diese Bänke müssen etwa alle zehn Jahre erneuert werden", berichtet Laub.
Schließlich müssen Premiumwanderwege besonders gut ausgestattet sein. Da gehören Infotafeln für geologische Besonderheiten ebenso dazu wie Ruhebänke und eine Beschilderung. "Die Wege ziehen ja auch mehr Touristen in die Region, so dass Gastronomie und Hotels davon profitieren. Deshalb müssen sie nachhaltig gepflegt werden", sagt Laub.
Franziska Fleckser von der Tourist-Info in Morbach begrüßt das Projekt: "Das ist eine tolle Idee. Wir sind gespannt, was dann am Ende des Jahres zusammenkommt". Alle vier Morbacher Wanderwege seien mit Plaketten, Aufklebern und mit Acryl-Boxen für Info-Flyer ausgestattet.
Auch die vier Thalfanger Traumschleifen sind für den Wandercent präpariert. "Das ist eine gute Sache. Wir haben die Schilder an den Wegen aufgestellt", sagt der Chef der Tourist-Info in Thalfang, Daniel Thiel. hpl