| 17:07 Uhr

"Eine weitere Schallmauer durchbrochen"

Touristische Attraktion: Eine Besichtigung der Burgruine Baldenau zählt zum Pflichtprogramm bei einem Urlaub in der Einheitsgemeinde Morbach.Foto: TV -Archiv/Klaus Kimmling
Touristische Attraktion: Eine Besichtigung der Burgruine Baldenau zählt zum Pflichtprogramm bei einem Urlaub in der Einheitsgemeinde Morbach.Foto: TV -Archiv/Klaus Kimmling
MORBACH. Verluste im Land, Zuwächse in Morbach: Während in Rheinland-Pfalz im vorigen Jahr die Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen zurückgegangen ist, verzeichnet die Einheitsgemeinde in ihrer Tourismus-Bilanz 2002 ein deutliches Plus an Urlaubern. Von unserem Redakteur <br>AXEL MUNSTEINER

25 198 Menschen haben im Jahr 2002 ihre Ferien im Luftkurort Morbach verbracht und sich einen mehrtägigen Aufenthalt in der "Sonnenstube des Hunsrücks" gegönnt. Das sagt die Statistik, die das Verkehrsamt Morbach jetzt vorgelegt hat. Im Vergleich zu 2001, als 21 304 Gästeankünfte gezählt wurden, bedeutet dies ein sattes Plus von 18,3 Prozent.Beliebtes Ferienziel für Wanderer und Vereine

Ob Wanderer, Vereinsausflug oder Urlaub mit der Familie - das Ferienziel Morbach hat zweifelsohne an Attraktivität hinzugewonnen. Das beweist auch eine andere Zahl: Die Hotelbesitzer und Vermieter von Ferienwohnungen haben im Jahr 2002 so viele Übernachtungen wie noch nie gezählt. "Wir hatten schon im Jahr 2001 mit zirka 77 400 Übernachtungen eine neue Rekordmarke erreicht, 2002 haben wir mit insgesamt 80 465 Übernachtungen aber eine weitere Schallmauer durchbrochen", sagt Karl-Heinz Erz, Leiter des Verkehrsamts.Der typische "Morbach-Urlauber" bleibt somit durchschnittlich etwas mehr als drei Tage und genießt die schöne Landschaft, besucht die historischen Sehenswürdigkeiten und schaut sich in den Museen der Einheitsgemeinde um.Dabei liegt die "Dunkelziffer" der Morbach-Besucher noch viel höher. In der Statistik tauchen nur die Gäste auf, die auch in Morbach übernachten. Tagesausflügler werden jedoch überhaupt nicht registriert.Während im Land Rheinland-Pfalz im vorigen Jahr Einbußen bei den Übernachtungen von zwei Prozent errechnet wurden, darf sich die Gemeinde Morbach in ihrer aktuellen Tourismus-Bilanz also über kräftige Steigerungen freuen.Den Höhenflug aber primär auf die zunehmende Bedeutung des Flughafens Hahn zurückzuführen, ist nicht zutreffend. Es gebe zwar durchaus Touristen, die auf dem Hahn morgens starten oder abends landen und dann in Morbach übernachten. "Wesentlich ausbauen lässt sich die Zahl dieser Touristen aber vermutlich nicht", sagt Erz. Dies habe auch eine Werbeaktion in diesem Frühjahr bestätigt, als sich die Gemeinde Morbach eine Woche lang mit einem Infostand auf dem Hahn präsentiert hatte. "Das war ein Versuch", sagt Erz, eine dauernde Präsenz auf dem Hahn sei aber viel zu personalintensiv und würde deshalb nicht zur Debatte stehen.Zumal der Morbach-Urlauber gemeinhin nicht aus fernen Landen in den Hunsrück reist. Die zahlenmäßig größte Touristengruppe kommt nämlich - laut Statistik - aus Nordrhein-Westfalen.Zwei Gründe waren nach Auffassung von Erz Ausschlag gebend für die positive Tourismus-Bilanz. Erstens sei die Nachfrage in der Jugendherberge in Bischofsdhron im vorigen Jahr sehr groß gewesen und habe zu einer Zahl von 25 051 Übernachtungen auf dem Sektor "Jugendunterkünfte" geführt (2001: 22 215). Zweitens sei zu berücksichtigen, dass der größte gewerbliche Fremdenverkehrsbetrieb in Morbach, das Hotel St. Michael, nach dem Brand im Frühjahr 2001 mehrere Monate nur eingeschränkt genutzt werden konnte und erst in der Statistik 2002 wieder in vollem Umfang zur Geltung gekommen ist.Ob das Jahr 2003 einen neuen Tourismus-Rekord bringen wird, lässt sich zwar noch nicht vorhersagen. Die aktuelle Saison sei aber bislang zufrieden stellend verlaufen. "Es sieht so aus, als ob wir die Zahlen von 2002 zumindest halten können", gibt sich Erz optimistisch. Andererseits habe die touristische Infrastruktur in Morbach auch ihre Grenzen erreicht. "Spürbare Steigerungen sind nur noch dann machbar, wenn die Bettenkapazität erweitert würde", sagt Erz.