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Vereine
Erfolg mit Eigenleistung und Ehrenamt

Die Jungsenioren von 1994, im Bild oben: Edwin Thelen, Dieter Berg, Volker Heidler und Peter Heise (von links). Untere Reihe: Joachim Brückner, Werner Czichopad und Winfried Brörmann (von links).
Die Jungsenioren von 1994, im Bild oben: Edwin Thelen, Dieter Berg, Volker Heidler und Peter Heise (von links). Untere Reihe: Joachim Brückner, Werner Czichopad und Winfried Brörmann (von links). FOTO: Herbert Thormeyer
 THALFANG. Der Tennisclub Thalfang feiert sein 40-jähriges Bestehen. Doch der Anfang des Clubs war schwer, Grund war ein Streit mit der Gemeinde. 

Seit vier Jahrzehnten gibt es einen Tennisclub in Thalfang, aber nicht den Tennissport. Woran das lag, erklärte der heutige Vorsitzende Edwin Thelen in seinem historischen Abriss bei der Jubiläumsfeier: „Der Verein wurde 1978 von 47 Mitgliedern gegründet. Die ersten Jahre waren geprägt vom Kampf um den Standort einer geeigneten Sportstätte.“ Mit der Gemeinde habe sich der Verein nicht auf einen Platz einigen können. „Beinahe wäre der Verein wieder aufgelöst worden“, bestätigt Thelen vor den Festgästen.

Erst ab Mitte der 1980er Jahre konnte auf gemieteten Tennisplätzen im Feriendorf Himmelberg Tennis gespielt werden, seit acht Jahren auch in der dortigen Tennishalle, was einen Spielbetrieb rund ums Jahr ermöglicht.

Der große Meilenstein in der Vereinsgeschichte ist der Bau einer eigenen Tennisanlage mit drei Spielfeldern 1994, wofür die Ortsgemeinde Thalfang das Gelände hinter dem Schulzentrum zur Verfügung stellte. 80 000 DM wurden seinerzeit investiert. Als Umkleide- und Duschräume dienten die Sanitäranlagen der Turnhalle nebenan. „Das Clubheim war ein Baucontainer, ein echtes Abenteuer“, erinnert sich Thelen.

2005 wurde das schmucke Vereinsheim gebaut. Außer 20 000 Euro stecken hier ebenfalls zahllose Ehrenamtsstunden drin. Allen voran arbeitete hier der damalige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende Werner Vogel so fleißig mit, als ob es sein Eigenheim wäre. „Deshalb wurde das Haus auch scherzhaft Vogelhäuschen genannt“, witzelt der heutige Vorsitzende.

Erst danach war ein reibungsloser Spielbetrieb möglich, mit der Tennishalle auf dem Himmelberg auch im Winter.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Tennisboom der 1980er und 1990er Jahre längst vorbei ist. Erschwerend kommt hinzu, dass der TC vor zwei Jahren drei junge Trainerinnen mit Lizenz für die Jugendausbildung aus familiären und beruflichen Gründen verlor. Die Verpflichtung einer auswärtigen Tennisschule wurde nicht angenommen.

Thelen setzt aber noch auf zwei Möglichkeiten: „Direkt nebenan ist doch die Schule. Dort könnten Kinder für unseren Sport begeistert werden.“ Auch die Altherren des Fußballsports könnten zum Tennis wechseln und ihr Ballgefühl gleich mitbringen, und das ohne die größere Verletzungsgefahr des Fußballs.

Was den Verein in jedem Frühjahr 2500 Euro kostet, ist die Wiederaufbereitung der drei Plätze. „Dafür braucht man eine Spezialfirma, die Ziegelmehlschlacke einschlämmt“, weiß Gründungsmitglied Joachim Brückner. Erschwerend kommt hinzu, dass alle Clubs solche Firmen gleichzeitig brauchen, und man da rechtzeitig den Auftrag erteilen muss. „Sonst wird der Boden sehr weich und die Bälle springen unkalkulierbar“, weiß der erfahrene Spieler.

Ältestes Mitglied ist Ehrenvorsitzender Werner Vogel. Der 83-Jährige spielt bis heute aktiv in der Ü 70 in Trittenheim mit und freut sich: „Tennis ist viel Bewegung für die Gesundheit, der Club ist Kameradschaft und Freundschaft.“

Michelle Arens ist erst 20 Jahre alt und seit 2006 aktive Spielerin. Obwohl schon für höhere Klassen angefragt bleibt sie ihrem Verein treu: „Das ist so ein familiärer Club, in dem der Sport so richtig Spaß macht.“ Es sei zwar ein Einzelsport, aber eine Mannschaft stehe immer dahinter, die anfeuert.

Die Landtagsabgeordnete Bettina Brück lobte den TC und sein ehrenamtliches Engagement: „Ihr habt die sportliche Landschaft Thalfangs mitgeprägt.“ Ortsbürgermeister Burkhard Graul versprach, den TC weiterhin zu unterstützen, denn: „Ihr engagiert euch fürs Gemeinwohl.“

Auch Günther Wagner vom Sportbund Rheinland und frisch gebackener Sportkreisvorsitzender im Landkreis Bernkastel-Wittlich stellte fest: „Das Ehrenamt schweißt diesen Club zusammen.“ Seine Empfehlung: „Geht Kooperationen mit anderen Vereinen ein, denn nur der Wettkampf ist das Salz in der Suppe.“

Drei Gründungsmitglieder mit gutem Ballgefühl: Joachim und Eliane Brückner und Jens Pflaumbaum (rechts) spielen immer noch aktiv mit beim TC Thalfang.
Drei Gründungsmitglieder mit gutem Ballgefühl: Joachim und Eliane Brückner und Jens Pflaumbaum (rechts) spielen immer noch aktiv mit beim TC Thalfang. FOTO: Herbert Thormeyer