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Europas Puls schlägt auch im Winter

Trier. Das Team von Pulse of Europe hat Hunderte Menschen begeistert. Nun lädt die Bürgerinitiative zum Indoor-Programm ein. Redaktion

Mehr als 700 Menschen - das war der Rekord bei einem Treffen von Pulse of Europe (Pulsschlag Europas) in der Trierer Innenstadt. Oft waren es 200 bis 300 Besucher. 14 Mal hat die Bürgerinitiative in diesem Jahr Menschen in Trier dazu aufgerufen, Flagge für Europa zu zeigen. Doch die Besucher kamen nicht nur , sondern viele von ihnen meldeten sich auch am Bürgermikrofon zu Wort.

Ältere berichteten von ihren Erfahrungen, als es noch Grenzen in Europa gab, und lobten deren Wegfall. Jüngere erzählten von Austauschen und Reisen ohne Grenzen und stellten fest, dass ihnen durch das Auftreten der Rechtspopulisten und durch den Brexit erst bewusst geworden sei, dass Europa nicht selbstverständlich ist. Hinzu kam bei jedem Treffen mindestens ein Referent. Die Redner kamen aus dem Bildungsbereich, der Kultur, der Praxis und aus der Großregion. Fast immer traten Musiker bei den Trierer Pulse-of-Europe-Treffen auf.

Alejandro Yun, Mitglied des Trierer Orgateams, stellt fest: "Die Veranstaltungen waren auch immer ein Ausdruck der Freude. Die Stimmung war fröhlich." Die Menschen haben die Europahymne und andere Lieder mitgesungen. In der Regel wurde zum Schluss in einer Menschenkette getanzt. Politisch hat Pulse of Europe einiges bewegt - da ist sich die Trierer Gruppe einig. Auch wenn sie kritisch feststellt, dass Europa bei der Bundestagswahl nicht das große Thema war.
Immerhin haben sich der überparteilichen Bewegung, die im November 2016 in Frankfurt gegründet wurde, Gruppen in 97 deutschen Städten und 20 weiteren Ländern zwischen Dänemark und Griechenland angeschlossen. Pulse of Europe wurde 2017 zudem mit dem Europäischen Bürgerpreis und dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet.

In Trier möchten die Europa-Aktivisten nun weiter ein Programm anbieten - und zwar indoor. Die vier nächsten Treffen haben unter anderem folgende Themen: Grundrechte und Grundfreiheiten in Europa sowie der Frage, wo diese gefährdet sind. Auch mit den für die EU vorgeschlagenen Reformen will sich die Gruppe auseinandersetzen. Die Termine: 26. November, 28. Januar, 25. Februar und 18. März, jeweils von 11.30 bis 13 Uhr in der Europäischen Kunstakademie (Aachener Straße 63 in Trier). Zu jedem Thema werden Referenten eingeladen.