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Felsenkirche: Orgel wird jetzt abgebaut

Die Orgel der Felsenkirche wurde bereits einige Male abgebaut. Diesmal wird jedoch eine Lücke zurückbleiben. Denn nicht nur die Pfeifen, sondern auch das Gehäuse und der mit der Axt hackende „Büßer“ verschwinden. Der angehende Orgelbauer Peter Kortmann (Foto) baut die Pfeifen aus. Foto: Hosser
Die Orgel der Felsenkirche wurde bereits einige Male abgebaut. Diesmal wird jedoch eine Lücke zurückbleiben. Denn nicht nur die Pfeifen, sondern auch das Gehäuse und der mit der Axt hackende „Büßer“ verschwinden. Der angehende Orgelbauer Peter Kortmann (Foto) baut die Pfeifen aus. Foto: Hosser
Erst im Oktober 2001 wurde die neue Orgel in der Felsenkirche eingeweiht. Jetzt ist sie erneut kaputt, abgebaut und wird vermutlich nicht mehr an ihren alten Platz zurückkehren.

Idar-Oberstein. (me) Das war ein gehöriger Schock am Ostermontag: Wasser stand in der Orgel der Idar-Obersteiner Felsenkirche. Deshalb baut Orgelbaumeister Rainer Müller aus Merxheim mit vier Mitarbeitern in dieser Woche das Instrument ab - nicht einmal das kunstvoll gestaltete Prospekt (Gehäuse und Front) inklusive "Büßer" bleiben erhalten. Die Arbeiten dauern zwei bis drei Tage.Der Fels, der an der Stirnseite in das Gotteshaus hereinragt, hat winzige Haarrisse. Dadurch gelangte Feuchtigkeit ins Innere. Auch die mineralische Schicht, die das Gestein abdichtet, habe das Unheil nicht aufhalten können, erklärt Pfarrer Wolfgang Poller. Die Orgelpfeifen werden auf dem Dachboden der Kirche gelagert. Vor allem die Holzpfeifen müssen erst einmal trocknen - einige sogar restauriert werden. "Teilweise sind die Pfeifen brutal zerrissen, aufgeplatzt und verschimmelt", erläutert Müller den Schaden.An dem bisherigen Standort kann die Orgel in ihrer jetzigen Größe nicht bleiben, da sind sich Pfarrer und Orgelbauer einig. Zwei Lösungen sind denkbar: Die erste Möglichkeit ist eine Verkleinerung der Orgel, die dann mit einem zusätzlichen Dach gegen Nässe abgeschirmt werden könnte. Kosten: etwa 50 000 Euro - bauliche Begleitmaßnahmen noch nicht eingerechnet. Die zweite und aus Sicht des Orgelbauers sinnvollere Lösung ist der Neuaufbau der Orgel auf der gegenüberliegenden Empore. Dies würde nach erster Schätzung zwar doppelt so viel kosten, schütze aber definitiv vor weiteren Wasserschäden, sagt Müller. Zudem habe die bei Lösung eins nötige Reduzierung von 21 auf nur noch 13 Register - also auf ein Manual - einen entscheidenden Nachteil: Eine solch kleine Orgel wäre für Konzerte nicht mehr geeignet. "Nur mit dem Wechsel auf die andere Seite bleibt die musikalische Vielfalt erhalten", weiß der Orgelbaumeister. Eine detaillierte Kostenkalkulation wird Müller in Kürze dem Presbyterium vorlegen. Nach seiner Einschätzung könnten die Umbaumaßnahmen im Herbst 2009 abgeschlossen sein. 2001 hatte die Firma die neue Orgel fertiggestellt - die noch fehlenden Pfeifen in das historische Gehäuse von 1756 eingebaut. Zeitgleich wurde im Rahmen umfangreicher Renovierungsarbeiten der Felsen gesichert, um Wassereinbrüche zu verhindern.