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Dorfcheck
Fit für die Zukunft und das für nur 1000 Euro

Heidenburg ist eine von zehn Thalfanger Ortsgemeinden, die mit der Teilnahme am Projekt Zukunfts-Check Dorf ihre Entwicklung gestalten will.
Heidenburg ist eine von zehn Thalfanger Ortsgemeinden, die mit der Teilnahme am Projekt Zukunfts-Check Dorf ihre Entwicklung gestalten will. FOTO: Christoph Strouvelle
Thalfang/Heidenburg. Zehn Thalfanger Ortsgemeinden beteiligen sich am Projekt Zukunfts-Check Dorf des Landkreises. Sie wollen die Frage beantworten, wie sich Dörfer den Anforderungen der Zeit stellen können. Von Christoph Strouvelle

Die Dörfer der Verbandsgemeinde Thalfang wollen sich fitmachen für ihre Zukunft. Zehn Ortsgemeinden haben ihre Bereitschaft signalisiert, am Programm Zukunfts-Check Dorf teilzunehmen, das der Landkreis Bernkastel-Wittlich nach dem Vorbild im Landkreis Bitburg-Prüm ins Leben gerufen hat. Der Thalfanger Wirtschaftsförderer Josef Adams hat das Programm auf einer Einwohnerversammlung in Heidenburg vor 20 Interessierten vorgestellt. Für die Dörfer sei es eine günstige Gelegenheit, die zum Teil schon relativ alten Dorferneuerungskonzepte zu aktualisieren, sagt er. Günstig bezieht sich auch auf die Finanzen, die jede Gemeinde aufbringen muss: der Eigenanteil beim Zukunfts-Check Dorf beträgt lediglich 1000 Euro, während alleine die Erstellung eines Dorferneuerungskonzepts eine Gemeinde bis zu 20 000 Euro kosten könne.

Der Kreis beantragt beim Land für alle Orte, die an Zukunfts-Check Dorf teilnehmen, Fördermittel beim Land. Sobald diese bewilligt sind, stellt der Landkreis einen Projektmanager ein, der die Dörfer bei ihrem Zukunfts-Check begleiten soll. Bis zu 30 Ortsgemeinden kann der Projektmanager pro Kalenderjahr betreuen, sagt Adams. Er schätzt, dass bis zu 100 Ortsgemeinden an dem Zukunfts-Check teilnehmen wollen, so dass das ein oder andere Dorf auch ein, zwei Jahre warten müsse, bis es dran komme.

Wichtig sei die Bürgerbeteiligung bei jedem Prozess, sagt er. Erst werde in den beteiligten Orten eine Bestandsaufnahme veranlasst und eine Potenzial- und Bedarfsanalyse erstellt, um zu ermitteln, wo Handeln erforderlich ist.  Dann werde ein Maßnahmenkatalog mit Prioritätenliste erstellt und ein Abschlussbericht mit einem Maßnahmenplan erstellt.

Adams geht auf der Einwohnerversammlung auf die Heidenburger Situation ein. Das Dorferneuerungskonzept stammt aus dem Jahr 1986. „Machen Sie sich bewusst, was Sie Schönes in Heidenburg haben“, sagt er.  Dazu gehöre beispielsweise die rege Vereinslandschaft, die er mit acht bis neun Vereinen für den etwas mehr als 700 Einwohner zählenden Ort als „ganz ordentlich“ bezeichnet, und die Anzahl von 51 Gewerbetreibenden. Auch verfüge Heidenburg über eine gute Infrastruktur mit Grundschule, Kindergarten und Mehrzweckhalle sowie touristischen Angeboten. Ziele des Zukunfts-Checks Dorf sei es, die Dörfer langfristig zu erhalten, das bürgerschaftliche Engagement zu erhöhen, die örtlichen Chancen und Herausforderungen für das eigene Dorf zu erkennen, zukunftsfähige Strategien zu entwickeln und die vorliegenden Dorferneuerungskonzepte fortzuschreiben.

Die Prozesse starten mit öffentlichen Auftaktveranstaltungen in den jeweiligen Gemeinden unter Leitung des Projektmanagers. Hier werden den erschienenen Bürgern zunächst Hintergrundinformationen zum Zukunfts-Check gegeben. Anschließend werden im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit allen Teilnehmern Themen identifiziert, die weiter behandelt werden sollen. Diese werden in einer Dokumentation festgehalten. Aufgrund der Workshop-Ergebnisse werden dann Vorschläge zur Bildung von Arbeitskreisen (AK) unterbreitet. Je nach Interesse können Arbeitskreise zu verschiedenen Themen gegründet werden. Adams schätzt, dass die ersten Dörfer in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit ihrem Zukunfts-Check starten könnten.