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Freude an der Arbeit

Nicht nur in der Eifel hat der kürzlich verstorbene Künstler Johann Baptist Lenz seine Spuren hinterlassen. Auch die Viehmarktszene am Oberen Markt in Morbach ist in seinem Oberkailer Atelier entstanden. TV-Foto: Ursula Schmieder
Nicht nur in der Eifel hat der kürzlich verstorbene Künstler Johann Baptist Lenz seine Spuren hinterlassen. Auch die Viehmarktszene am Oberen Markt in Morbach ist in seinem Oberkailer Atelier entstanden. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die Morbacher Marktszene-Plastik trägt unverkennbar die Handschrift des kürzlich verstorbenen Oberkailer Künstlers Johann Baptist Lenz.

Morbach. (urs) Der wenige Tage vor Weihnachten verstorbene Eifeler Künstler Johann Baptist Lenz hat auch in Morbach seine Spuren hinterlassen. Während in Eisenschmitt der Clara-Viebig-Brunnen seine Handschrift trägt, erinnert in Morbach die Viehmarktszene am Oberen Markt an den Bildhauer. Die Bronzeplastik mit dem Kälbchen, um das sich Bauer, Bäuerin und ein Händler gruppieren, steht für die lange Tradition des Ortes als Marktflecken. Enthüllt wurde das Kunstwerk im Rahmen der Feier zum Abschluss der Neugestaltung des Morbacher Ortskerns im Juni 1995.Morbachs Ortsvorsteher Hans Jung bedauert den für ihn überraschenden Tod des 85-Jährigen. "Wir haben ein gutes Verhältnis gehabt zu Herrn Lenz", spricht Jung nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Ortsbeirat und viele Morbacher, die den Künstler kannten.Lenz, Ehrenbürger seines Geburtsortes Oberkail, ist ein echter Sohn der Eifel. Im Hungerjahr 1922 geboren, war der Bauernjunge in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsenen. Mit seinen Werken hat er sich jedoch nicht nur in der Region, sondern international Anerkennung erworben. Seine Liebe zum künstlerischen Schaffen hatte der 1943 in Russland verwundete Soldat im Lazarett entdeckt. Nach dem Krieg absolvierte er ein Praktikum in einem Natursteinwerk und nahm an der Trierer Werkschule ein Bildhauerstudium auf. Dieses setzte er 1951 an der Münchner Kunstakademie bei Bildhauer Josef Henselmann fort. Seit 1952 war der Künstler, dessen liebstes Thema der Mensch in Freud und Leid war, als freischaffender Bildhauer tätig. Die Freude an seiner Arbeit schöpfte Lenz aus seiner Menschenliebe und seinem Gottvertrauen, aber auch aus der Zufriedenheit mit einer sinnvollen Lebensaufgabe.