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Finanzen
Gonzerather ziehen zu wenig Geld

Der Geldautomat auf dem Dorfplatz in Gonzerath wird nicht oft genug genutzt.
Der Geldautomat auf dem Dorfplatz in Gonzerath wird nicht oft genug genutzt. FOTO: Christoph Strouvelle
Gonzerath. Die Anzahl der Abhebungen am Geldautomat auf dem Gonzerather Dorfplatz reichen nicht aus für einen kostendeckenden Betrieb. Gerade ältere Leute tun sich laut Initiator Willi Gorges offensichtlich mit dem Geld abheben schwer. Von Christoph Strouvelle

Es sieht nicht gut aus für den Gonzerather Geldautomaten. „Die Transaktionen am Geldautomat auf dem Dorfplatz waren im April 2018 leider wieder schlecht“, sagt der Gonzerather Willi Gorges, der sich für den Geldautomaten eingesetzt hat. Das Unternehmen Call & Cash GmbH, das den Automaten betreibt, hat Gorges mitgeteilt, dass die Entwicklung seit Dezember rückläufig sei. Lediglich 277 Mal sei im April Geld gezogen worden. Und auch der Mai habe nicht verheißungsvoll angefangen.

400 kostenpflichtige Abhebungen zu einer Gebühr von je 2,95 Euro sind notwendig, um den Automaten wirtschaftlich zu betreiben.

Sechs Monate sei der Automat jetzt auf dem Dorfplatz in Betrieb, habe für die Betreiberfirma bisher jedoch nur Verluste gebracht, sagt Gorges. Keine Firma der Welt könne es sich auf Dauer leisten, Verluste zu produzieren. „Deshalb steht ein Abbau des Automaten kurzfristig bevor“, sagt er.

Es fehlen etwa drei Transaktionen am Tag, damit der Automat wirtschaftlich betrieben werden kann, sagt er. Gerade die älteren Leute, für die der Automat gedacht gewesen sei, ziehen dort sehr wenig Geld, sagt Gorges. „Sehr wahrscheinlich haben sie noch nicht begriffen, dass sie mit zunehmendem Alter immer weniger mobil und damit auch abhängiger von anderen werden“, sagt er. Dabei hat Gorges noch Aufkleber verteilt, die für den Geldautomat werben.

Gorges hatte zusätzlich darauf gesetzt, dass die Gonzerather Betriebe den Geldautomaten im ersten Jahr sponsern. 14,40 Euro monatlich pro Betrieb, befristet auf ein Jahr, wären ausreichend, um den Automaten zu erhalten. Doch: „Da tut sich nichts“, sagt er. Gorges glaubt, dass damit sein Engagement erschöpft und nicht mehr weiter ausbaubar sei. „Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, den Geldautomaten zu erhalten.“

Klar ist: Gonzerath hat mit knapp  1300 Einwohnern für den Betrieb eines  Geldautomaten eine kritische Größe, hat Peter Schäfer, Vertriebsleiter der Call & Cash Gmbh, zu Begin des Jahres gesagt. Doch hätten die vorhandenen Geschäfte wie Metzgerei, Bäckerei und Lebensmittelhändler für den Betrieb am Ort gesprochen. „Wir haben auf die Gonzerather gesetzt. Wenn jeder Haushalt ein- bis zweimal im Monat Geld abhebt, haben wir keine Probleme“, hat Schäfer gesagt.