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HINTERGRUND

De Ursprung der Bildhauerei und Kunstschreinerei Mettler geht auf das Jahr 1866 zurück. Damals gründete Johann Mettler (geboren 1835) in der Morbacher Biergasse eine kleine Schreinerei, in der Truhen, Betten, Bänke, Stühle und Tische für den täglichen Gebrauch hergestellt wurden. Als er merkte, dass sein 1875 geborener Sohn Johann künstlerisch begabt war, schickte er ihn nach seiner Lehre zur Weiterbildung nach Münster in die Bildhauerschule, wo er mehrere Jahre als Figurist arbeitete. Dort lernte er die Maler Hermann Humpert und Wilhelm Terwei sowie die Bildhauer Heinrich Nußbaum und Friedrich Bonnekoh kennen, die er nach Morbach in den elterlichen Betrieb mitbrachte. Um die Jahrhundertwende entstand am Unteren Markt ein Gebäude mit Schreiner-, Bildhauer- und Malerwerkstätten. Mit der Übergabe des Betriebes an seinen Sohn blühte die Morbacher Holzschnitzkunst auf. Aus Platzmangel wurde 1922 das Gebäude zur Biergasse hin erweitert und es entwickelte sich ein für den Ort bedeutsames Kunsthandwerk. Im im Laufe der Jahre wurden namhafte Künstler wie Rudolf Höfle und Klaus Rothe angezogen. Mit Sohn Roland erreichte die Bildhauerei Mettler nach dem zweiten Weltkrieg ihre Blütezeit. Wegen der Herstellung von Altären, Kanzeln, Figuren, Kommunion- und Kirchenbänken, Beichtstühlen, Kreuzwegen, Sakristei-Einrichtungen und Krippen bekam sie den Namen "Kirchen-Mettler". Die weit über den Hunsrück hinaus gelieferten Kunstgegenstände brachten Morbach den Namen "Oberammergau des Hunsrücks" ein. Nach 100 Jahren erlosch die Familientradition.