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Hunsrückhaus wird Aushängeschild - Gute Skisaison spült Geld in die Kassen des hochverschuldeten Zweckverbandes Erbeskopf

Im vor 14 Jahren eröffneten Hunsrückhaus könnte eines von vier Toren zum Nationalpark eingerichtet werden. TV-Foto: Archiv/Hannah Schmidt
Im vor 14 Jahren eröffneten Hunsrückhaus könnte eines von vier Toren zum Nationalpark eingerichtet werden. TV-Foto: Archiv/Hannah Schmidt
Erbeskopf. Beim Zweckverband Erbeskopf bleiben die Umlagen der Mitglieder unverändert. Die Delegierten des Zweckverbandes haben zudem über die Eröffnung des Nationalparks am Pfingstwochenende diskutiert. Christoph Strouvelle

Erbeskopf. Ist es die Nervosität vor dem großen Ereignis? An Pfingsten soll der Nationalpark Hunsrück-Hochwald am Hunsrückhaus am Erbeskopf eröffnet werden. Und zwei Monate vorher bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes Wintersport- Natur- und Umweltbildungsstätte haben gleich mehrere Mitglieder des Gremiums Kritik am Zustand des 15 Jahre alten Gebäudes geäußert.

Blamage verhindern: "Wir müssen schauen, dass wir uns mit dem Hunsrückhaus am Tag der Eröffnung des Nationalparks nicht blamieren. Schließlich ist es unser Erbeskopf", sagt Burkhard Graul, Ortsbürgermeister von Thalfang. Ferner kritisiert er, dass das Gremium keine Kenntnis vom Programm der Eröffnung des Nationalparks am Pfingstsamstag hat.
Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, bestätigt, dass auch er bislang keine Planung erhalten habe.
Almuth Brandstetter, Leiterin des Hunsrückhauses, ist jedoch ins Planungsteam des Landes mit eingebunden und berichtet von einem offiziellen Akt mit Reden, Grundsteinlegung und einem bunten Programm mit Essen, Trinken und Ständen sowie einem Improvisationstheater am Abend.

Wogen geglättet: Gerd Hartenberger, Hausmeister am Hunsrückhaus, spricht von Defiziten am Haus und am Parkplatz. "Man hat versäumt, das Hunsrückhaus in Schuss zu halten."
Man müsse darauf achten, dass die Einrichtung weiter ein Aushängeschild bleibe. Doch Zweckverbandsvorsitzender Marc Hüllenkremer ist sichtlich bestrebt, die Wogen zu glätten. "Wir werden alles tun, damit wir uns am Eröffnungswochenende gut präsentieren."
In der Tat hätten sich bei den Märkten, die am Hunsrückhaus veranstaltet werden, in der Vergangenheit Probleme bei der Versorgung ergeben, weil die Aussteller immer mehr Strom benötigen. Doch werde man diese Herausforderung bis zum Pfingstwochenende gelöst haben.
"Der Strom reicht dann auch für das Eröffnungswochenende", sagt Hüllenkremer.

Finanzielle Entwicklung: Finanziell entwickelt sich der Zweckverband 2015 jedoch offenbar besser als noch vor wenigen Monaten gedacht. Denn 2015 wird das Defizit voraussichtlich lediglich 18 750 Euro betragen.
Nach TV-Informationen war man ursprünglich von einem Defizit von 110 700 Euro ausgegangen.
Der Grund für die bessere finanzielle Situation sind die 46 Skitage in diesem Jahr, die für zusätzliche Einnahmen gesorgt haben, sagt Hüllenkremer. Trotzdem stellt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal den Antrag, die Umlage von 300 000 Euro so weit zu erhöhen, dass sich die Eigenkapitalsituation des Zweckverbandes nicht weiter verschlechtert.
Ende 2014 belief sich das Eigenkapital auf Minus 600 440 Euro, Ende 2015 wird es sich auf 628 940 Euro erhöht haben. Doch die anderen Zweckverbandsmitglieder haben den Antrag abgelehnt.

Umlage bleibt gleich: Graul plädiert dafür, nach Möglichkeiten zu suchen, den Erbeskopf attraktiver zu machen und so die Einnahmen zu erhöhen. "Wir haben keinen Plan, wir machen den Haushalt, ohne nach vorne zu schauen", kritisiert er.
Auch Landrat Gregor Eibes lehnt den Antrag Hackethals ab. Man müsse zwar auf Dauer bei einer weiteren defizitären Entwicklung gegensteuern. Eine Erhöhung der Umlage ohne Kenntnis darüber, wie sich der Nationalpark auf die Einnahmen auswirkt, würde jedoch eher schaden. Diesen Meinungen haben sich weitere Sprecher wie der Gräfendhroner Ortsbürgermeister Hans Günther Steinmetz angeschlossen. "Wir müssen abwarten, was die Verhandlungen mit dem Land bringen".
Zudem könne sich die Gemeinde eine Erhöhung der Umlage nicht leisten. "Die Chancen für eine Kooperation mit dem Land stehen nicht schlecht", sagt Hüllenkremer. Die Delegierten haben den Haushaltsentwurf bei vier Enthaltungen gebilligt.