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Immerter haben Kanal noch nicht voll

Neben Bürgermeister Bernd Weinig (Mitte) informierten sich Schachtmeister Hans Clemens und Bauleiter Jürgen Enders (von links) von der Sehlemer Firma Franz Lehnen über den Stand der Straßenbauarbeiten.Foto: Ursula Schmieder
Neben Bürgermeister Bernd Weinig (Mitte) informierten sich Schachtmeister Hans Clemens und Bauleiter Jürgen Enders (von links) von der Sehlemer Firma Franz Lehnen über den Stand der Straßenbauarbeiten.Foto: Ursula Schmieder
IMMERT. Seit in Immert der Ausbau von Kläranlage, Kanal und Straßennetz begonnen hat, scheinen die Bauarbeiten dort kein Ende zu nehmen. Zwar sind der Kanal und die neue Kläranlage bereits fertig, doch der Ausbau der Kreisstraße lässt auf sich warten. Von unserer Mitarbeiterin <br>URSULA SCHMIEDER

Vielleicht hängt es ja einfach damit zusammen, dass in Sachen Kanal und Straßen in Immert schon so lange nichts mehr lief. Der letzte Ausbau in Immert dürfte 30 Jahre zurück liegen, wie Ortsbürgermeister Bernd Weinig vermutet. Dennoch verdient der Gleichmut, mit dem die Bürger den seit Monaten andauernden Bauarbeiten im Dorf begegnen, Respekt."Es geht vorbei", meint Herbert Röder nur, während er sich bemüht, das Laub entlang der Straße zu harken. Dennoch sei es natürlich schon problematisch, wenn die Arbeiten in den Winter gingen. "Die Arbeiter sind selber überrascht, dass die Leute so ruhig sind", hat Weinig aus verschiedenen Quellen vernommen.Kreisstraßen-Ausbau hinkt hinterher

Für ihn als Bürgermeister ist es eine Entlastung, dass die knapp 200 Immerter Lärm, Staub und Dauer-Umleitungen ruhig in Kauf nehmen. Während von den Bauarbeitern andernorts verlangt werde, die Zufahrten zu den Häusern abends wieder provisorisch herzustellen, hat sich laut Weinig in Immert darüber bisher noch keiner beschwert. Dabei hätten die Leute wochenlang ihre Garagen nicht nutzen können, was je nach Wetter oder Einkaufsvolumen nicht immer einfach gewesen sein dürfte.Offizieller Baubeginn für Straße und Kanal war im Juni 2002. Mit der Straße konnte allerdings erst in diesem Jahr begonnen werden. Der Kanal und die neue, unterirdische Kläranlage sind bereits fertig. Dafür hinkt der Ausbau der Kreisstraße 83 hinterher. Verursacher waren vor allem die schadhaften Pflastersteine für die beidseitige Fahrbahn-Rinne. "Die Steine entsprachen nicht unseren Vorschriften", erklärt Johannes Müller vom Trierer Landesbetrieb Straßen und Verkehr. Obwohl nur bei Nässe zu erkennen, hätte der LSV beim Verlegen relativ früh Haarrisse erkannt. Nachdem sich beim Material Produktionsfehler gezeigt hatten, wurde der weitere Einbau gestoppt, bereits verbautes Material wieder ausgebaut. Nachdem Rinnen und Gehweg Anfang Oktober wieder soweit hergestellt waren, hat auch die Kreisstraße mittlerweile ihre Deckschicht bekommen. Die Kosten für den Ausbau der Kreisstraße beziffern sich laut Müller auf 248 000 Euro, wovon die Gemeinde Immert 78 000 zu tragen hat. Doch mit der Fertigstellung der K 83 ist nur etwa die Hälfte der Ortsdurchfahrt - und zwar von der Einfahrt Etgert aus bis zur Ortsmitte - ausgebaut. Ab dort bleibt den Immertern weiter eine Schotterpiste erhalten. Der restliche Teil der Straße in Richtung Ortseingang Thalfang gehört nämlich zu den Innerortsstraßen, die ebenfalls komplett erneuert werden. Und bei diesen hatte es bisher schlicht und ergreifend an den Finanzen gemangelt. Vor einem Baubeginn galt es nämlich die Hürde der Mittel-Bewilligung zu schaffen. Doch das ist inzwischen geklärt. Weinig sieht's gelassen: "Wir sind ja froh, dass wir den Zuschuss bekommen haben, sonst hätten wir den Ausbau vielleicht erst in zwei oder drei Jahren machen können." Statt dessen ließ eine Begehung mit Bauleiter, Telekom und RWE erkennen, dass es nun bald losgehen sollte. In der Zwischenzeit sind die Bagger angerückt.Doch unabhängig davon, wie fleißig die Arbeiter in diesem Jahr noch sein werden - die Großbaustelle ist erst im kommenden Sommer fertig.