| 20:41 Uhr

Keine Rundum-Aussicht mehr vom Erbeskopf: Alter Turm ist reparaturbedürftig - Sanierung noch vor Saisonbeginn

Morsche Treppen: Beim Anstieg auf den Turm könnten die Stufen brechen. Tv-Foto: Klaus Kimmling
Morsche Treppen: Beim Anstieg auf den Turm könnten die Stufen brechen. Tv-Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling ("TV-Upload Kimmling"
Erbeskopf. Weiß-rotes Trassierband verwehrt den Zutritt zum Aussichtsturm auf dem Erbeskopf. Die Anlage hat eine Renovierung nötig. Noch vor Beginn der Saison soll sie wieder betretbar sein.

Erbeskopf. TV-Leser Hermann Tschierschke aus Niederhambach ist ein Erbeskopf-Veteran. Der 74-Jährige hat schon in den 1950er Jahren ehrenamtlich mitgeholfen, die Piste für den Wintersport herzurichten. Seitdem hat sich vieles verändert - und damit ist Tschierschke auch durchaus zufrieden.

Aber eine Sache ist ihm ein Dorn im Auge: "Ich wäre froh, wenn der Aussichtsturm wieder begehbar wäre", sagt er dem TV. Denn der Turm, der in der Nähe der Radarstation der Bundeswehr steht, ist derzeit gesperrt. Dort habe er schon einige schöne Stunden verbracht. "Von dort aus hat man einen tollen Ausblick auf den Hunsrück. Er ist eine richtige Attraktion - schon der Treppenaufstieg ist spannend und die Brüstung schützt vor schlechtem Wetter. Wir haben dort früher oft abends mit Freunden zusammengesessen."

Jetzt hat Tschierschke Angst, dass den Holzturm dasselbe Schicksal ereilt wie seinen Vorgänger, den alten, aus Stein gemauerten Kaiser-Wilhelm-Turm, den er auf einem Foto präsentiert. Dieser Turm musste nämlich nach dem Krieg wegen des Aufbaus der Radarstation, die damals der US Armee gehörte, gesprengt werden. Almuth Brand stetter, Leiterin des Hunsrückhauses, bestätigt, dass der Turm seit vergangenem Jahr aus Sicherheitsgründen geschlossen ist: "Einige Stufen sind morsch, deswegen ist es zu gefährlich, ihn zu betreten."

Allerdings sei keineswegs geplant, den Turm komplett abzubauen. "Das wollen wir auf keinen Fall", sagt Brandstetter. Die Aussichtsplattform am Gipfelkunstwerk sei schließlich nur in Richtung Eifel gerichtet. Der Turm sorgt dafür, dass Besucher auch auf den Hunsrück schauen können. So kann die ganze Region überblickt werden.
Kosten noch unklar


Einsturzgefährdet sei er nicht, so Brandstetter - die Grundkonstruktion sei noch gut in Schuss. Lediglich die Stufen müssten erneuert werden. Bis das geschieht, kann es aber noch eine Weile dauern. Denn die Eigentumsverhältnisse seien äußerst komplex. Man habe ihn damals nur bauen dürfen, weil er als Feuerwehr-Aussichtsturm deklariert wurde, erzählt Brandstetter. Nur so habe man die Erlaubnis von den Amerikanern erhalten können, ihn in nächster Nähe der streng geheimen Radarstation der US Armee aufzubauen.
Deshalb müsse die Reparatur nun zwischen Zweckverband Erbeskopf und Landesforsten abgeklärt werden. Brandstetter ist aber optimistisch und erwartet, dass das noch bis zum Saisonbeginn im Frühjahr geschieht. Was die Reparatur kosten wird, kann sie noch nicht beziffern. hpl