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Keine Skaterbahn mehr in Morbach

Weder Flips, noch Slides: Skater haben in Morbach ab sofort keine Möglichkeit mehr, auf einer offiziellen Bahn ihrem Hobby nachzugehen. Die Anlage (Foto unten aus dem Jahr 2004) wurde ersatzlos abgebaut. TV-Foto (1)Archiv/Klaus Kimmling/ Symbolfoto: dpa
Weder Flips, noch Slides: Skater haben in Morbach ab sofort keine Möglichkeit mehr, auf einer offiziellen Bahn ihrem Hobby nachzugehen. Die Anlage (Foto unten aus dem Jahr 2004) wurde ersatzlos abgebaut. TV-Foto (1)Archiv/Klaus Kimmling/ Symbolfoto: dpa FOTO: Foto: Friedemann Vetter:
Morbach. Beschädigt und nur noch Schauplatz von Gelagen: Die Skaterbahn am Schwimmbad ist weg. Einige Bürger begrüßen die Entscheidung, für andere bedeutet sie einen Verlust. Christoph Strouvelle

Morbach 20 Jahre lang konnten jugendliche Skater auf einer Halfpipe und anderen Geräten auf dem Parkplatz am Schwimmbad ihre Kunststücke ausprobieren. Doch damit ist jetzt Schluss. Denn die Gemeinde hat alles komplett und ersatzlos abgebaut. Der Grund: "Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben", sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Die Kanten der Anlage seien beschädigt gewesen.
Auch hätten die Fugen nicht mehr gepasst, so dass die Verletzungsgefahr beim Skaten zu hoch geworden sei. Zudem sei die Anlage nicht mehr als solche genutzt worden, sondern habe als Platz für "Gelage" gedient, so der Bürgermeister.
Weiterhin habe sich das Interesse bei den Jugendlichen geändert. Denn solche Aktivitäten unterliegen bestimmten Wellen. Bis vor wenigen Jahren seien die Skater noch eine starke Generation gewesen. Heute würden die Jugendlichen andere Schwerpunkte setzen, so dass die Anlage ihren Zweck erfüllt habe, sagt er.
Bei einer Umfrage im sozialen Netzwerk Facebook bestätigen einige Nutzer die Aussagen des Bürgermeisters. "Da wird eh nur gesoffen", postet ein Morbacher. Eine andere Morbacherin sagt, dass die Skateranlage am Schwimmbad eine tolle Sache sei.
"Aber es liegen ständig so viele Glasscherben auf dem Boden, dass es für die Kinder eigentlich zu gefährlich ist." Deshalb sei sie schon lange nicht mehr hingegangen. Anderer Meinung ist der 18 Jahre alte Luca Priestersbach, der die Bahn bis vor zwei Jahren noch genutzt hat. Er findet es sehr schade, dass diese abgerissen wurde. Die Gelegenheit zum Skaten sollte den Morbachern erhalten bleiben. Priestersbach: "Dieser Sport sollte nicht in Dörfern aussterben, wo vor allem das Gemeinschaftsgefühl das gemeinsame Treffen und Skaten immer irgendwie besonders gemacht hat."KommentarMeinung

Die nächste Welle kann kommen
Nach der Welle ist vor der Welle: Es ist verständlich, dass die Skater-Anlage abgebaut wurde, wenn die Jugendlichen sie nicht mehr angenommen haben. Wenn sie dann auch noch aufgrund technischer Unzulänglichkeiten zur Gefahrenquelle wird, dann hat die Verwaltung letzten Endes auch keine Wahl mehr. Trotzdem ist das noch lange nicht das Aus für die Szene. Skateboarden hat sich als Jugendkultur und als Jugendsport seit mehr als 30 Jahren weltweit etabliert. Es wird immer wieder Jugendliche geben, die daran Freude haben. Wenn der Bedarf wieder da ist, dann darf man nicht zögern, neue Geräte aufzubauen. Denn die nächste Skater-Welle könnte kommen. hp.linz@volksfreund.de