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Kommunalpolitik
Kommt ein Geldsegen fürs Bad?

Das Thalfanger EGZ kann bei Bewilligung eines Förderantrags im kommenden Jahr umfangreich saniert werden.
Das Thalfanger EGZ kann bei Bewilligung eines Förderantrags im kommenden Jahr umfangreich saniert werden. FOTO: Christoph Strouvelle
Thalfang. Nach 18 Jahren besteht im Thalfanger Schwimmbad reichlich Sanierungsbedarf. Doch möglicherweise können die Arbeiten mit geringem Eigenanteil realisiert werden.

Da ist Tempo angesagt: Die Mitglieder des Thalfanger Verbandsgemeinderats beschließen in ihrer jüngsten Sitzung, Förderanträge nachträglich zu bestätigen, die die Verwaltung bereits wegen Terminvorgaben zum 31. August gestellt hat. Bei Bewilligung der Anträge sollen im kommenden Jahr notwendige Erneuerungsarbeiten im Erholungs- und Gesundheitszentrum (EGZ) in Höhe von 828 000 Euro angegangen werden.

Im ersten Moment mag dies aufgrund des Schuldenstandes der Kommune befremden. Doch bei genauerem Hinsehen könnte es eine einmalige Gelegenheit für die Verbandsgemeinde (VG) sein, mit relativ geringen Eigenmitteln das EGZ auf den neuesten technischen Stand zu bringen.

Denn der Bund hat ein Paket von 100 Millionen Euro bereitgestellt, das Kommunen für die Sanierung von Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur nutzen können. „Kommunale Antrag­steller mit Haushaltsnotlage“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt und wie es bei der VG Thalfang am Erbeskopf der Fall sei, könnten dazu eine Förderung von 90 Prozent erhalten. Damit betrage der Eigenanteil der VG bei Genehmigung der Förderanträge 82 800 Euro. „Das ist eine Superchance für uns“, sagt der erste Beigeordnete Burkhard Graul, der für den abwesenden Bürgermeister Marc Hüllenkremer kurzfristig die Sitzungsleitung übernommen hat. Die Arbeiten kämen sowieso auf die Thalfanger zu.

Jetzt habe die Kommune die Chance, eine hohe Förderung zu bekommen, sagt er.

Sanierungsbedarf besteht laut der Sitzungsvorlage hinsichtlich der bestehenden Warmwasserbereitung sowie der energetischen Sanierung der Wärmeerzeugungsanlagen, die an die Nahwärmversorgung angeschlossen ist. Zudem sei im Bad dringend eine Dachsanierung erforderlich.

Die Ratsmitglieder begrüßen die Möglichkeit, Zuschüsse in dem Ausmaß zu erhalten. „Wenn wir 90 Prozent Förderung bekommen können, dann sollten wir versuchen, in das Programm hineinzukommen“, sagt Winfried Welter von der CDU. Die VG habe die Chance, die notwendigen Kriterien zu erfüllen. Eine solche Möglichkeit, für Erhaltungsmaßnahmen so hohe Förderungen zu bekommen, gebe es normalerweise nicht, betont er. Ratsmitglied Richard Pestemer von der Freien Wählergemeinschaft Erbeskopf weist darauf hin, dass auch in Zukunft kostenintensive Erhaltungsmaßnahmen für das EGZ unvermeidlich seien.

Der Unterhalt solcher Einrichtungen dürfe nach seiner Meinung nicht als freiwillige Leistung kategorisiert, sondern als integraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge betrachtet werden, bei der das Land Rheinland-Pfalz gefordert sei.