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Kirche
Konzert ja, Kaffee und Kuchen nein

Hinzerather sollen in einer Arbeitsgruppe Konzepte für ihre Kirche entwickeln.
Hinzerather sollen in einer Arbeitsgruppe Konzepte für ihre Kirche entwickeln. FOTO: Christoph Strouvelle
Hinzerath. Gotteshäuser werden heute nicht nur für Messen, sondern auch für Konzerte und Ausstellungen genutzt. In Hinzerath soll eine Arbeitsgruppe vor der Renovierung der alten Kirche prüfen, was darin künftig möglich sein soll.  Von Christoph Strouvelle

Wie geht es weiter mit der alten Kirche in Hinzerath? Diese soll jetzt saniert, mit Strom versorgt und mit einer Heizung versehen werden, damit dort künftig Gottesdienste gehalten werden können. Doch kann die Kapelle auch für andere Zwecke genutzt werden? Und wenn ja, welche können sich die Hinzerather darin vorstellen? Mit dieser Frage hat sich Pastor Michael Jakob an die Hinzerather Bürger gewandt und diese zu einem Infoabend eingeladen, an dem sie Ideen und Anregungen vorbringen können.

„Dieser Abend soll eine Ideenwerkstatt sein“, sagt Jakob. Neben den Gottesdiensten könne die Kapelle aus dem 17. Jahrhundert auch für weitere Anlässe genutzt werden wie Konzerte oder Ausstellungen. In Frage kämen kulturelle, wissenschaftliche, diakonische und gesellschaftliche Anlässe. Damit würde die Kapelle zu einem lebendigen Ort für die Menschen. Doch stelle sich die Frage, welche Nutzungen einer Kirche würdig, welche annehmbar und welche ausgeschlossen sind, sagt der Pastor. „Denkbar ist grundsätzlich alles, was im Leben und vor Gott verantwortet werden kann“, sagt er. Auf jeden Fall müsse der liturgische Charakter der Kirche erhalten bleiben. „Konzerte und eine Podiumsdiskussion sind möglich, aber kein Kaffee und Kuchen“, sagt er zu den Bedenken des Hinzerather Ortsvorstehers Hermann Moseler, der eine Konkurrenz zum Gemeindehaus befürchtet. Konkrete Ideen hat es an dem Abend keine gegeben. Doch kommt aus den Reihen der Anwesenden der Vorschlag, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um weitere Möglichkeiten der Nutzung zu besprechen. Ein Vorschlag, den Jakob dankbar aufnimmt. „Eine Arbeitsgruppe ist sinnvoll, die Hinzerather kennen ihre Bedürfnisse am besten“, sagt er.

Noch im April will er die Bürger einladen, im kleinen Kreis Möglichkeiten zu diskutieren, wie die Kirche auch durch anderweitige Veranstaltungen zum lebendigen Treffpunkt werden kann.

Achim Kistner von der Lokalen  Aktionsgruppe Hunsrück erläutert bei der Infoveranstaltung die Möglichkeiten einer Förderung aus Leadermitteln. Nicht förderfähig aus diesem Topf seien reine Instandhaltungsarbeiten oder der Bau eines Parkplatzes, der nach dem Abbruch eines Hauses neben der Kirche entstehen soll. Doch für die Installation eines Beschallungssystems oder für ein Gesamtkonzept, mit dem der Parkplatz so gestaltet wird, dass auch Gottesdienste unter freiem Himmel abgehalten werden könnten, seien Förderungen denkbar, sagt er. Zudem mahnt Kistner, die Kinder und Jugendlichen des Dorfes bei der Nutzungsentwicklung mitzunehmen. Architekt Jan Berdi weist darauf hin, dass die avisierten 386 000 Euro zur Instandsetzung der Kirche aus dem 17. Jahrhundert berechnet worden sind. Bei weiteren Nutzungsalternativen kommen möglicherweise weitere Kosten hinzu.