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Holzmuseum
Kreuzwegtafeln aus Platten: Die Geschichte hinter der Geschichte

Andreas Scheit hängt die Kreuzwegtafeln an die dafür angebrachten Halterungen.
Andreas Scheit hängt die Kreuzwegtafeln an die dafür angebrachten Halterungen. FOTO: Ursula Schmieder
Weiperath. Das Hunsrücker Holzmuseum erwartet Besucher in diesem Jahr mit mehreren neuen Exponaten, die die Dauerausstellung bereichern. Von Ursula Schmieder

Platten ist zwar nicht allzu weit vom Hunsrück entfernt. Dennoch überrascht es ein wenig, dass das Hunsrücker Holzmuseum mit Objekten von dort in das neue Ausstellungsjahr startet. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn es gibt wichtige Gründe für die Entscheidung. Die drei Kreuzwegtafeln, die  von Samstag, 17. März,  an im Hunsrücker Holzmuseum zu sehen sein werden, stammen nämlich ursprünglich aus Morbach.

Sie waren ein Geschenk an die Gemeinde Platten, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eine Katastrophe erlebte. Bei einem Luftangriff am 28. Januar 1945 kamen von damals 450 Einwohnern 85 ums Leben – darunter 46 Kinder und Jugendliche. Auch Dreiviertel der Bausubstanz des Ortes wurden zerstört, einschließlich der Dorfkirche.

 Von ihr erhalten ist lediglich der Chor, der bis heute als Gedenk- und Mahnstätte dient. Die von Morbach nach Platten transportierten Kreuzwegtafeln erinnern an diese Tragödie. Andererseits dokumentieren sie aber auch die große Anteilnahme der Bevölkerung der Dörfer – und das auch deutlich über die Ortsgrenzen hinaus.

Die ehrenamtlichen Museumsbetreiber aus Weiperath werden über das Jahr hinweg aber nicht nur dramatische Ereignisse im Hunsrücker Holzmuseum würdigen. Die weiteren Themen (siehe Infobox) lassen allerdings gespannt sein, was sich hinter ihnen verbirgt. Und das bezieht sich längst nicht nur auf den „Morbacher Eiffelturm“, nach dem aber schon mal eifrig gesucht werden darf.

Was die Themen verbindet, ist zum einen die Art ihrer Präsentation. Das Museum wird sie nämlich jeweils zu „bestimmten Anlässen“ zeigen, erklärt Michael Pinter, der Museumsleiter.

Abgesehen davon stammen alle ausgewählten Exponate – für Pinter ausnahmslos „kleine Schätze“ – aus dem Magazin des Museums. Im Rahmen der Projekt-Reihe bereichern sie gemeinsam das „Europäische Kulturerbejahr 2018“, mit dem die Europäische Kommission motiviert, kulturelles Erbe „sichtbar“ zu machen.

Die Präsentation von Kreuzwegtafeln aus Platten wird am Samstag, 17. März, 11 Uhr eröffnet – gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde.