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Kunst im Morbacher Gewächshaus: Wenn Kultur wächst und gedeiht

Die Saarbrücker Künstlerin Kerstin Arnold im Gespräch mit dem Trierer Künstler und Galerieinhaber Laas Koehler.
Die Saarbrücker Künstlerin Kerstin Arnold im Gespräch mit dem Trierer Künstler und Galerieinhaber Laas Koehler. FOTO: (m_huns )
Morbach. Starke künstlerische Kontraste haben in diesem Jahr die Besucher der Kunstausstellung "beziehungsLos" des Morbacher Vereins Kunst im Gewächshaus überrascht. Redaktion

Auf der einen Seite sind es die großen in intensiven Farben gestalteten Bilder der Saarbrückerin Kerstin Arnold, die bei der Veranstaltung des Morbacher Vereins Kunst im Gewächshaus die Besucher in ihren Bann ziehen. Die abgebildeten jungen Frauen wirken oft abweisend. Sie haben das Team von Kunst im Gewächshaus zu dem Titel "beziehungsLos" inspiriert, das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Auf der anderen Seite sind es die meist in weiß gehaltenen Installationen, Fotos und Bilder der Aachenerin Mavi Garcia, die für einen spannenden Kontrast in der Ausstellung sorgen.

Und die Veranstaltung in der Morbacher Gärtnerei Berg hat auch in diesem Jahr ihre Fans gefunden: Bis an die 500 Interessierte haben die Kunstwerke unter die Lupe genommen, mit den an allen drei Tagen anwesenden Künstlerinnen das Gespräch gesucht und die Performance betrachtet, die Garcia zum Titel der Ausstellung extra entworfen hat. Ergänzend dazu kommt das musikalische Angebot am Samstagabend: Die Weltmusikgruppe 8Ohren hat die rund 80 Besucher mit ihren selbst arrangierten Stücken begeistert. Dabei entwickelt das Quartett aus Hessen seinen eigenen Stil.

Viele Lieder, egal, ob sie in Griechenland, Frankreich, Österreich oder Westafrika ihren Ursprung haben, erinnern an jiddische Musik. "Die vier sind total gut aufeinander abgestimmt", sagt der Zuschauer Dieter Hochreuther, der erstmals die Kunstausstellung des Vereins besucht. "Jedes Stück, jedes Arrangement ist eine Überraschung." Bei der Ausstellung, die im Hintergrund der Bühne während des Konzerts stets präsent ist, lobt er die Ausleuchtung, die jedes Kunstwerk zur Geltung bringt und gleichzeitig für eine "sensationelle" Atmosphäre sorgt. Heiner Berg, Vorsitzender des Vereins, ist mit Ablauf und Resonanz der Veranstaltung sichtlich zufrieden. Seit 21 Jahren werde unter dem Namen Kunst im Gewächshaus ungewöhnliche und spannende Kunst gezeigt. Und das ist mit Ausnahme des Konzerts am Samstag auch in diesem Jahr ohne Eintritt geschehen. So ermögliche man allen Interessierten, Kunst zu betrachten und darüber zu diskutieren, stellt er den sozialen Aspekt der Veranstaltung heraus. Dieses Angebot sei auch in diesem Jahr sehr gut angenommen worden, sagt Berg. "Das zeigen auch die vielen Gespräche der Künstler mit den interessierten Besuchern", sagt er.

Eine außergewöhnliche Performance von Mavi Garcia (rechts) lässt viel Raum für die eigene Fantasie. Fotos (2): privat
Eine außergewöhnliche Performance von Mavi Garcia (rechts) lässt viel Raum für die eigene Fantasie. Fotos (2): privat FOTO: (m_huns )