| 06:35 Uhr

Infrastruktur
Damit Wanderer nicht im Regen stehen

Am Aussichtspunkt oberhalb von Holzerath gibt es bisher nur eine Liege. Dort soll nun auch noch eine Schutzhütte für Wanderer gebaut werden.
Am Aussichtspunkt oberhalb von Holzerath gibt es bisher nur eine Liege. Dort soll nun auch noch eine Schutzhütte für Wanderer gebaut werden. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Harald Jansen
Morbach/Thalfang. Gemeinden aus dem Hunsrück und Hochwald wollen mit europäischer Förderung Wanderwege attraktiver machen. Die Standorte stehen inzwischen fest. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Auf dem Papier sind sie schon fertig: Wanderrasthütten am Saar-Hunsrück-Steig. Mit diesem Projekt wollen die in der Leader Region Erbeskopf (siehe Info) vertretenen Gemeinden den Nutzern des Wanderwegs einen besonderen Service bieten. Denn die wenigsten Wanderer werden auf ihren Touren bei Regen gerne nass. Da kann solch ein Hütte die Rettung sein.

Geht es nach den Verantwortlichen in der Verbandsgemeinde Ruwer, könnte sofort losgelegt werden. Denn für diese VG stehen die Standorte nach Auskunft von Günther Schuh, langjähriger Leiter der Touristinformation Ruwer, schon längere Zeit fest. Im optimalen Fall würden Hütten oberhalb von Holzerath, bei Lorscheid, Gusterath und Thomm gebaut. Doch vermutlich werden nicht alle Unterstände im ersten Schwung verwirklicht, denn auch in anderen Verbandsgemeinden gibt es Standorte. Und unbegrenzt Geld ist ebenfalls nicht vorhanden. Insgesamt 175 000 Euro sollen insgesamt investiert werden.

Auch die Verantwortlichen in anderen Regionen haben ihre Hausaufgaben gemacht und Standorte für die Hütten benannt. In der Verbandsgemeinde Hermeskeil sind es Naurath (Fledermaushöhle), Hermeskeil (Preds Bohr) und Grimburg (Keller Steg). Mögliche Standorte in der VG Kell sind Kell am See, Schillingen, Greimerath und Hentern. Die Verantwortlichen in der VG Thalfang haben Standorte in Deuselbach und Hilscheid gemeldet. In der Einheitsgemeinde Morbach sind es Morbach, Merscheid und Hunolstein.

Gebaut werden kann jedoch erst dann, wenn die entsprechenden Baugenehmigungen vorliegen. Deshalb rechnet Mara Koster von der Leader Aktionsgruppe (Lag) Erbeskopf damit, dass die ersten Hütten frühestens im Herbst fertiggestellt werden können.

Bei den mit europäischen Fördermitteln gebauten Unterständen soll es nicht bleiben. Denn das Projekt ist nach Auskunft Kosters so angelegt, dass auch außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Lag die Unterstände im gleichen Design errichtet werden können. Genügend Standorte dürfte es geben. Denn neben dem Saar-Hunsrück-Steig gibt es 111 Traumschleifen im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in Luxemburg und in Frankreich.

Und beim Bau der überdachten Sitzgelegenheiten soll es nicht bleiben. Denn laut Projektbeschreibung sollen die Rastplätze nicht nur Lücken im bestehenden Netz der Schutzhütten schließen, sondern auch einen Mehrwert bieten. „Dieser kann beispielsweise in einer besonderen Aussicht, Zusatzinformationen über den gewählten Ort oder einem Naturspiel bestehen.“

Die Macher des Projekts hoffen, dass sich die ein oder andere Gemeinde von bereits umgesetzten guten Ideen inspirieren lässt. So gibt es die sogenannte Hirschtränke an der Börfinker Ochsentour. Dort werden – gegen eine Spende – kalte Getränke bereitgestellt. Die Kühlung übernimmt der vorbei fließende Bach. In Fisch gibt es unweit der Traumschleife 111 den Viezomaten, an den rund um die Uhr Getränke oder Lebensmittel gekauft werden können. Zudem gibt es direkt am Weg eine Probierhütte, wo man gegen Zahlung eines Unkostenbeitrags Viez kosten kann.