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Lebenretten als Hobby

Meike Tresch glücklich am Beckenrand, von Hans Joachim Arend (links), Sebastian Gorges (hinten), Simon Herz (vorn) und Nicole Anton (rechts) fachmännisch gerettet.Foto: Klaus Schmitz
Meike Tresch glücklich am Beckenrand, von Hans Joachim Arend (links), Sebastian Gorges (hinten), Simon Herz (vorn) und Nicole Anton (rechts) fachmännisch gerettet.Foto: Klaus Schmitz
MORBACH. Ihren 50. Geburtstag feiert in diesem Jahr die Ortsgruppe Morbach der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). ARRAY(0x1a3609748)

Meike hat sich zu weit vom Ufer entfernt und ist für den Rückweg zu erschöpft. Sie hatte Glück, denn ihre Freunde Simon und Sebastian sind ausgebildete Rettungsschwimmer bei der DLRG. Nach ihrem Hilferuf transportieren sie ihre Freundin in einer "Brücke-Technik" zurück. Hans-Joachim Arend, Technischer Leiter der Morbacher Ortsgruppe der DLRG klärt auf: "Bei der Brücke-Technik schwimmen zwei Retter hintereinander in Bauchlage. Der Ermüdete, noch ansprechbar, legt die Hände bei gestreckten Armen auf die Schultern des Vordermannes und die Füße auf die Schultern des Hintermannes. Bei Transporttempo und Schwimmrhythmus darf der Hintermann in seiner Armarbeit durch die Beine des Ermüdeten nicht behindert werden."August Gerding ergriff die Initiative

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wurde nach einem Seebrückenunglück in Binz auf Rügen 1913 in Leipzig gegründet. Sie ist heute mit 800 000 Mitgliedern und Förderern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Ihre Aufgabe ist, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Sie ist die Nummer Eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Von 1950 bis heute hat die DLRG über 20 Millionen Schwimmprüfungen und knapp vier Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In rund 2200 örtlichen Organisationen sind die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr rund sechs Millionen Stunden im Einsatz bei Schwimmausbildung, Aufklärung und Wasserrettungsdienst, ihren Kernaufgaben. 40 Jahre nach Leipzig ergriff August Gerding in Morbach die Initiative und gründete eine Ortsgruppe. Das bereits seit 1936 bestehende Freibad war in den Nachkriegsjahren umgebaut und 1954 in Betrieb genommen worden. Gerding war mit der Wartung und Aufsicht des Bades betraut. Erster Vorsitzender wurde der damalige Amtsbürgermeister Albert Gerth. 74 Freischwimmer und 32 Fahrtenschwimmer wurden bereits im ersten Jahr ausgebildet. Mehr als 26 Jahre war danach Rudi Müller als technischer Leiter der Ortsgruppe tätig. Viele Jahre mit dabei sind Inge Sparmann, Kassenwartin, Hermann Josef Decker, stellvertretender Vorsitzender und Hans Joachim Arend, technischer Leiter. Vorsitzende Petra Arend: "Die Ziele der DLRG haben sich in all den Jahrzehnten kaum verändert. Vom Wassergewöhnungskurs und Kleinkinderschwimmen bis zu Schwimmkursen und Gerätetauchen bieten wir für alle Altersgruppen und Interessenten in unseren Trainingsstunden oder Kursen den richtigen Umgang mit dem Wasser an. Rund 170 Auszeichnungen im vergangenen Jahr, vom Seepferdchen bis zum Jugendschwimmabzeichen Gold, dokumentieren unsere Arbeit." Mit freiwilligen Wachstunden im Freibad Morbach unterstützen die Mitglieder die Kommune. Mit Ferien- und Schwimmfreizeiten sowie Grillfeten und Zeltwochenenden bieten sie vor allem Jugendlichen ein interessantes Vereinsleben.