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LESERSTIMMEN

Und hier die Erinnerungen zweier TV-Leser: In unserem Geschäft in Gonzerath wurden wir einige Jahre von der Morbacher Molkerei mit Quark und Sahne beliefert. Dazu gaben wir dem zuständigen Milchfahrer, der die Milchkannen der Bauern zur Molkerei nach Morbach fuhr, die Bestellung und das Geld in einer kleinen Tüte mit.

Mittags bekamen wir die Ware mit Rückgeld. Damit wir lose Frischmilch verkaufen konnten, machte ich 1966 vor der Industrie- und Handelskammer Trier eine Sachkundeprüfung. Im Rahmen dieser Prüfung habe ich dann einen Nachmittag in der Morbacher Molkerei verbracht. Ein freundlicher Mitarbeiter führte mich durch den Betrieb, zeigte und erklärte mir alles. Die Milchprüfung habe ich bestanden. Gertrud Gorges Gonzerath Ich, Ursula Warnke geb.Schlaupitz, wurde am 21. März 1947 in der Molkerei Morbach geboren und lebte dort 21 Jahre. Mein Vater Heinrich Schlaupitz war dort Molkereiverwalter, zugezogen aus Herne 1, damals Wanne-Eickel, und lebte dort mit meiner Mutter Angelika geb, Strouvelle gebürtig aus Morbach. Meine Eltern haben sich in der Molkerei kennen gelernt, als meine Mutter die Milch auf einem Pferdefuhrwerk dort anlieferte. Aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor, ich bin die Mittlere. Das größte Vergnügen war damals für uns Kinder, mit dem LKW von der Molkerei in die Garage zu fahren, wenn Mattias Thömmes seine Fuhre beendet hatte. Er lebt übrigens immer noch in der ehemaligen Molkerei. Unser Vater musste jede Nacht um drei Uhr aufstehen, um die Butter zu machen. Er hatte nur alle 14 Tage sonntags frei. Ich war ein echter Langschläfer, und wenn mein Vater mich nicht geweckt hätte, wäre ich oft zu spät zur Schule gekommen. Das laute Klappern der Milchkannen konnte meinen Schlaf nicht stören - nur den der Nachbarschaft. Die Milch wurde sehr früh zur Molkerei gebracht, ganz früher mit dem Pferdefuhrwerk, später mit dem LKW. In der Molkerei wurden die Kannen dann auf ein Laufband gestellt und zur Weiterverarbeitung ins Innere transportiert. Mein Vater lebte bis zu seiner Pensionierung nur für "seine" Molkerei. Leider ist er am 29. Januar 1985 verstorben. Meine Kindheitserinnerung ist sehr eng mit der Molkerei verbunden. Ursula Warnke Morbach