| 00:14 Uhr

Mit neuer Energie in die Zukunft

Windenergie soll den kleinen Dörfern Einnahmen bringen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Windenergie soll den kleinen Dörfern Einnahmen bringen. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer (doth) ("TV-Upload Thormeyer"
Heidenburg/Büdlich/Breit. TV-Serie "Was läuft in den Dörfern?" Heidenburg, Büdlich und Breit setzen auf Wind und Sonne, um ihre Kosten zu decken. Herbert Thormeyer

Heidenburg/Büdlich/Breit Der Trierische Volksfreund hat sich in den Dörfern im Hunsrück umgeschaut. Zum Jahresende sprechen wir mit den Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern der Verbandsgemeinde Thalfang und der Einheitsgemeinde Morbach über die Entwicklung ihrer Orte.
Der Heidenburger Ortsbürgermeister Werner Treinen sieht in dem Auszug der SPD-Fraktion aus dem Ortsgemeinderat (der TV berichtete) das herausragende Ereignis im Jahr 2017. Drei Mitglieder hatten ihr Mandat niedergelegt, weil nach ihrer Ansicht der Ortsbürgermeister ihnen Informationen vorenthalten habe. Das dementierte Treinen. (TV vom 5. September). Jetzt sagt Treinen: "Auch mit neun Ratsmitgliedern sind wir beschlussfähig." Schnell kommt das Gespräch aufs nächste Jahr: "Wir wollen einen Generationengarten bauen." In der Trägerschaft des Fördervereins der Schule, dem BUND und dem Verein Heidenburger Äpfelchen sollen sich drei Generationen fit halten können und dem Gartenbau frönen. Es soll auch zur Steigerung der Attraktivität der Dorfschule dienen.
Ferner soll eine Dorfbroschüre aufgelegt werden, Hundetoiletten werden installiert und über einen Aussichtspunkt wird nachgedacht.
Bei der Altersstruktur der Bevölkerung sei Heidenburg gut aufgestellt. Im Ort leben 150 Kinder bis 15 Jahre. Drei freie Baustellen werden im Neubaugebiet noch angeboten. Einige leerstehende Häuser konnten verkauft und somit vor dem Verfall gerettet werden. Die Kita wird, einschließlich der integrierten Waldgruppe, von 30 Kindern besucht.
Bei der Frage nach der Gebiets- und Verwaltungsreform tendiert Heidenburg eindeutig nach Schweich, denn, so Treinen: "Dorthin ist die Anbindung am besten." Die Verhandlungen laufen.
Bei den Einnahmen setzt der Dorfchef nicht nur auf Windenergie. Er denkt auch über einen Solarpark im Gewerbegebiet nach. Ein Mehr-Jahres-Projekt ist die Verschönerung des Ortskerns für ein attraktives und lebendiges Heidenburg, das mittlerweile mit schnellem Internet weltweit verbunden ist.
Strom aus einem neuen Windrad soll Geld in die Büdlicher Haushaltskasse spülen. "Das bringt uns eine Erleichterung bei den Finanzen", hofft Ortsbürgermeister Jörg Schönenberger. Ziel sei ein ausgeglichener Haushalt. Der Ortschef freut sich jetzt bereits auf die große Frühlingswanderung im nächsten Jahr, bei der stets eine andere Ortsgemeinde in der VG Thalfang Gastgeber ist. Schönenberger: "Das hält die Dorfgemeinschaft zusammen. Alle Vereine sind beteiligt."
Auf den Breitbandausbau des Internets muss Büdlich voraussichtlich noch bis 2019 warten. Was die Kommunalreform betrifft: Schweich oder Hermeskeil, da hat sich Büdlich noch nicht festgelegt. Für den Ortschef ist die Qualität der Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein wichtiges Kriterium. "Als Dorf wollen wir aber eigenständig bleiben und immer über unsere Belange selbst entscheiden", ist für ihn ein bedeutender Gesichtspunkt.
Wo drückt der Schuh? "Gastronomie wäre wichtig, wegen unserer Traumschleife Wasser, Dichter, Spuren", sagt Schönenberger.
Über ein neues Windrad, den neu gestalteten Spielplatz, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik und einen Gemeindehausanbau freut sich der Breiter Ortsbürgermeister Christian Stein schon in 2017. "Ein weiterer Anbau am Gemeindehaus für die Lagerung von Stühlen und Tischen soll folgen", erklärt er dem TV. Aber noch wichtiger ist ihm die Dorfinnenentwicklung. Ein Sanierungsgebiet wird ausgewiesen. Damit gibt es Zuschüsse, wenn das Dorf verschönert wird. Eine Häuserzeile ist jedoch so marode, dass sie nur noch abgerissen werden kann. "So können Bauherren in der Dorfmitte Baustellen erwerben und den Ort von innen heraus erneuern", hofft Stein. Außerdem hat Breit auch noch drei Baustellen im Neubaugebiet. Die Windenergie hat in Breit fast das ganze Defizit aus dem Haushalt gepustet. "Wir gehen auf die schwarze Null zu", kündigt Stein an. "Bei der Gebietsreform ist Schweich Plan A und Hermeskeil Plan B", wie sich der Ortschef ausdrückt. Doch mit Schweich stocken die Verhandlungen. Auch Breit strebt eine Dorfinnenentwicklung an, wohl wissend, dass das ein Projekt für viele Jahre sein wird.

Extra: ZAHLEN UND DATEN


Heidenburg hat 728 Einwohner. Das Dorf umfasst eine Fläche von 9,49 Quadratkilometern. Es gibt 13 Vereine plus die Feuerwehr. Büdlich hat eine Größe von 4,02 Quadratkilometern. Die 230 Einwohner sind in ihren Vereinen Kooperationen mit Nachbarorten eingegangen. Beispiele sind der Fußball- und der Musikverein. Mit den Bogenschützen, dem Kirchenchor und dem Förderverein der Feuerwehr gibt es auch drei rein örtliche Vereine. Auch Breit ist vier Quadratkilometer groß. Viele der knapp 300 Einwohner engagieren sich in der Feuerwehr, dem Sportverein, dem Musikverein, dem Theaterverein, dem Lauftreff und dem Kirchenchor.