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Nahwärme geht ans Netz

Endspurt in der Charlottenhöhe: Das Seniorenheim geht als letztes ans Netz. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Endspurt in der Charlottenhöhe: Das Seniorenheim geht als letztes ans Netz. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Nach Verzögerungen während des langen, harten Winters gehen die Arbeiten zum Ausbau des Nahwärmenetzes in Thalfang jetzt ihrem Ende entgegen. Prozesswärme aus den Hochwald-Nahrungsmittelwerken wird im kommenden Winter die Stuben der angeschlossenen Hausbesitzer und öffentliche Gebäude wärmen. Von unserem Mitarbeiter Herbert Thormeyer

Thalfang. Nach der Bahnhofstraße sind jetzt die Heißwasserrohre auch in der Charlottenhöhe verlegt. Nach Fertigstellung des Thalfanger Nahwärmenetzes kann in 19 Gebäuden die Prozesswärme aus der Kondensmilchproduktion der Hochwald-Nahrungsmittelwerke genutzt werden, darunter auch das Rathaus. Als letztes Gebäude ist das Seniorenheim Charlottenhöhe angeschlossen worden.

Herbert Jacoby wohnt in Haus Nummer acht der Charlottenhöhe und ist Kunde. Er hat bislang mit Gas geheizt und ist ein wenig skeptisch: "Die Nahwärme ist ja eine schöne Idee für die Umwelt, aber ob ich da viel Geld sparen kann, weiß ich nicht."

Keine Anschlusskosten für die Haushalte



Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo gibt zu: "Der kommende Winter wird die Nagelprobe." Erst danach könne neu gerechnet und über einen eventuellen zweiten Bauabschnitt bis zur Kindertagesstätte "Regenbogen" nachgedacht werden.

Der jetzige erste Bauabschnitt werde bald fertig sein, so seine Einschätzung. "Arbeiten zur Verbesserung der Regenentwässerung am Betriebsgebäude und am Rathaus werden im Zuge der Baumaßnahme jetzt mitgemacht", informierte Projektleiter Edwin Maßmann, Chef der Verbandsgemeindewerke über die letzten Handgriffe, denn das gehe jetzt in einem Rutsch.

Die Idee, Abwärme in Thalfang zum Heizen zu benutzen, war dem Land für dieses eine Million Euro teure Projekt nicht nur ein Zuschuss von 470 000 Euro wert, sondern auch den rheinland-pfälzischen Umweltpreis (der TV berichtete).

Anschlusskosten entstehen für die Haushalte keine. Der Energiepreis von 3,5 Cent pro Kilowattstunde ließ die meisten Hausbesitzer nicht lange zögern, auch nicht in der Charlottenhöhe.

Das Einsparpotenzial gegenüber fossilen Brennstoffen und die damit verbundene Umweltschonung sind enorm. "Allein die vier öffentlichen Gebäude, das Rathaus, das Erholungs- und Gesundheitszentrum, das Betriebsgebäude der Verbandsgemeinde und die Stützpunktfeuerwehr, nehmen bis zu 1000 Megawattstunden Wärmeleistung ab und ersparen damit der Umwelt 250 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr", rechnet Edwin Maßmann vor. Das stehe dem Luftkurort Thalfang gut an.

Insgesamt wurden im ersten Bauabschnitt drei Kilometer Hauptleitungen verlegt. Die Straßenoberfläche der Charlottenhöhe ist jetzt wieder wie neu.