| 20:34 Uhr

Nationalpark berührt Loipen nicht

Morbach. Das Thema Loipen auf dem Hunsrück hat seinen Weg nun auch nach Mainz gefunden: Im Ministerium distanziert man sich ganz klar davon, dass wegen des Nationalparks ein Aus für Wintersportler zu befürchten sei.

Morbach. "In dem Gebiet, wo sich Loipen befinden, ist kein Nationalpark geplant", so Ingo Steinhauer vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MULEWF) aus Mainz. Die Loipen lägen außerhalb der Suchkulisse des Landes, heißt es in einem schriftlichen Statement. Das Ministerium und das Forstamt Dhronecken legen Wert auf diese Feststellung.
Grund dafür ist die Aussage des Morbacher Gemeindechefs Andreas Hackethal, dass es zwischen dem Land als Grundeigentümer und der Gemeinde zu keinem neuen Gestattungsvertrag wegen des Verweises auf den geplanten Nationalpark käme. "Hier wird der Schwarze Peter auf uns abgeschoben", so Steinhauer weiter.
Ins Rollen gebracht hatte das Thema der verwaisten und unnutzbaren Langlaufstrecken Uwe Andretta. Mit seiner Anfrage an die Gemeinde machte er auf den Zustand der Loipen aufmerksam: "Hier kann man nicht in den Spuren laufen, da diese gar nicht mehr vorhanden sind und hier ist nichts vorbereitet gewesen", hatte Andretta auch im TV-Gespräch betont. Die Frage der Gestaltung und die Erhaltung der Trassen aber ist zu einem weitläufigeren Stein des Anstoßes geworden: "Der Zustand und die Pflege der Loipen stehen in keinem Zusammenhang mit der möglichen Ausweisung eines Nationalparks im Hochwald", so Steinhauer weiter.
Vonseiten des Landes habe man durchaus ein Interesse, dass der Wald auch genutzt werde. Ob zum Spazieren gehen oder zum Langlauf. Dafür stelle man ihn zur Verfügung und gestatte den Gemeinden die Wartung. Die Kosten für die Loipen-Unterhaltung, die sich momentan auf etwa 5000 Euro pro Jahr beliefen, seien aus den Gemeindekassen zu finanzieren, würden aber wohl nicht reichen, heißt es.
Und wo hakt es nun beim Gestattungsvertrag? "Bis dato gab es ein rechtliches Problem wegen der Verkehrssicherungspflicht, wo es um die Haftung bei Schäden geht. Jetzt wurde festgestellt, dass jeder auf eigene Gefahr im Wald unterwegs ist." Ein neuer Gestattungsvertrag könne aber erst zur neuen Saison erstellt werden. Das freut Andretta, der zudem bemängelt, dass viel zu wenig touristisch auf die Möglichkeit des Langlaufsports aufmerksam gemacht würde. Bleibt abzuwarten, welche Wege nun gegangen werden. jo