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Umwelt
Nationalpark: Keine Erweiterung geplant

Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes, und Leitungsassistentin Anja Eckert zeigen eine Karte des gesamten Waldbestandes um das Nationalparkgebiet.
Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes, und Leitungsassistentin Anja Eckert zeigen eine Karte des gesamten Waldbestandes um das Nationalparkgebiet. FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Erbeskopf. Bei einer Zertifizierung des Dachverbandes Europarc hat das erst drei Jahre alte Schutzgebiet gute Noten erhalten. Der Verband empfiehlt auch eine Erweiterung, was der Freundeskreis des Nationalparks begrüßt. Das ist allerdings in den nächsten Jahren noch nicht geplant. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Der erst drei Jahre alte Nationalpark Hunsrück-Hochwald hat in einer Begutachtung von Europarc, dem Dachverband der deutschen Nationalparks und Schutzgebiete, gute Noten erhalten. Der Bericht der Gutachter wurde unlängst vorgestellt. Im Fazit des 60 Seiten umfassenden Berichts heißt es, dass für die langgezogene, „wenig kompakte“ Form des nordöstlichen Teils des Gebietes Arrondierungsmöglichkeiten gesucht und genutzt werden sollten.

Der Vorstand des Freundeskreises Nationalpark Hunsrück nahm das zum Anlass, ins gleiche Horn zu stoßen.

In einer Stellungnahme des Vereins fordert der Vorsitzende Hans-Joachim Billert ebenfalls eine Harmonisierung des Gebietes: „Die Gebiete an der Mörschieder Burr, im Singenden Tal und am Hohltriefbach befinden sich im Staatswald. Mit der Durchführung kann daher unverzüglich begonnen werden, sobald mit den Anliegergemeinden Einvernehmen erzielt worden ist. Außerdem harmonisieren diese Gebiete den Zuschnitt des Nationalparks, da sie zum direkten unzerschnittenen Bestand des Waldgebietes gehören. Hangbrücher diesseits und jenseits des Quarzitrückens des Hunsrück sind charakteristische Landschaften in Nationalpark und Naturpark.“ Gleichzeitig übt der Freundeskreis Kritik daran, dass entlang des Thranenbachs Richtung Börfink Fichten gefällt wurden, um die Moore zu renaturieren.

Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes und Leitungsassistentin Anja Eckert erklären dem TV, dass eine Gebietserweiterung in nächster Zeit jedoch nicht geplant sei, was mehrere Gründe habe.

„Wir sind auch froh mit dem Bericht, der uns eine gute Arbeit attestiert. Aber wir können jetzt nicht alles über Bord werfen, um das Gebiet zu erweitern. Das wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt,“ sagt Egidi. Grundsätzlich sei es wünschenswert, in manchen ausgefransten Bereichen die Grenzen etwas gerader zu ziehen, um natürliche Grenzen zu schaffen, aber eine Erweiterung in Richtung Hilscheid/Thalfang beim „Singenden Tal“ sei nicht sinnvoll, weil das Gebiet mit Rücksicht auf die Holzversorgung von Morbach und Thalfang explizit aus dem Gebiet ausgeschlossen sei.

Egidi: „Kleine Teile können auf Verordnung der Landesregierung verändert werden. Wir denken darüber nach, solche Flächen zu kaufen oder zu tauschen und sammeln Ideen, aber das ist noch nicht konkret. Das Gebiet soll nicht vergrößert werden.“

Für eine Erweiterung gebe es momentan auch keine Ressourcen, da aktuell noch die Ausstellung im Hunsrückhaus, die Entwicklung der Nationalparktore, die Kommunikation und der Nationalparkplan im Vordergrund stehen. Das seien die Ziele für die nächsten zwei Jahre.

Außerdem müsse man das von Europarc geforderte Wegekonzept, das gerade erst entwickelt wurde, bei einer Erweiterung des Nationalparkgebietes komplett neu schreiben, fügt Anja Eckert hinzu. Egidi bekräftigt: „Wir wollen auch Verlässlichkeit an den Tag legen.“

Auf die Kritik an den Moorrenaturierungsmaßnahmen antwortet Egidi: „Dazu kann man sagen: Das war es dann auch mit dieser Maßnahme. Sie ist abgeschlossen und wir machen in den nächsten Jahren nur ein Monitoring des Gebietes.“ Insgesamt gebe es mehr als 300 Hektar Feuchtstandorte im Nationalpark. „In Zukunft haben wir einen Mix aus Flächen, auf denen nichts passiert, Flächen mit verschlossenen Entwässerungsgräben und Flächen wie bei Börfink, wo die Fichten entfernt wurden,“ sagt Egidi. Die Renaturierungsmaßnahme sei zudem langfristig geplant gewesen und habe alle für die Genehmigung erforderlichen Auflagen erfüllt.

In nächster Zeit liege daher der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Beobachtung des Nationalparkgebietes und der Fortschreibung des Nationalparkplans. Die neue Ausstellung im Hunsrückhaus am Erbeskopf, in der der Nationalpark erklärt wird, soll am Sonntag, 16. Dezember, um 13 Uhr eröffnet werden.